Kulturstaatsminister
Weimer verteidigt Absage des Buchhandlungspreises; Grünen-Politikerin Göring-Eckhardt spricht von "inakzeptablen" Vorgang

In der Debatte über die abgesagte Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises hat sich Kulturstaatsminister Weimer verteidigt.

    Wolfram Weimer trägt ein weißes Hemd, blaues Sakko und schaut freundlich zur Seite.
    Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Im Deutschlandfunk sagte er, Staatspreise sollten nicht an Extremisten verliehen werden. Dies gelte für Rechts- und Linksextremisten gleichermaßen. Eine Haltung, die hinter dem Spruch "Deutschland verrecke" stecke, könne nicht preiswürdig sein. Der Minister bezieht sich dabei auf Vorwürfe, einer der vom Buchhandlungspreis ausgeschlossenen Buchläden hätte einen Schriftzug mit dieser Aussage an der Fassade. Die Grünen-Politikerin Göring-Eckhardt kritisierte die Haltung Weimers zum Buchhandlungspreis. Ebenfalls im Deutschlandfunk sagte sie, dass es sich beim Ausschluss von Buchläden und der Absage der Preisverleihung um einen "inakzeptablen Vorgang" handele, der den Buchhandlungen und dem gesamten Kulturbetrieb schade. Weimer handle vor dem Hintergrund eines intransparenten Verfahrens.
    Es geht um drei Buchhandlungen, die auf der Vorschlagsliste der Preisjury genannt wurden. Weimers Behörde hatte die Liste mit insgesamt über 100 Buchhandlungen über das sogenannte Haber-Verfahren vom Verfassungsschutz prüfen lassen. Daraufhin schloss Weimer die drei Geschäfte aus, zunächst ohne Details zu nennen. Kritiker sehen in dem Prüfverfahren ein ungerechtfertigtes Vorgehen des Staatsministers.
    Weiterführende Informationen:
    Weimer sagt Festakt zur Verleihung des Buchhandelspreises nach heftiger Kritik ab.
    Diese Nachricht wurde am 11.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.