
Dabei gehe es etwa um den Umgang mit bestimmten Gütern, die nicht länger in den Häfen gelagert werden könnten, sagte Bilger.
Zuletzt erließen Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg Ausnahmeregelungen, um Transportengpässen entgegenzuwirken. Damit gelten inzwischen in allen westdeutschen Ländern Ausnahmen. Von den ostdeutschen Ländern schloss sich nur Mecklenburg-Vorpommern an. Sachsen lehnt eine generelle Aufhebung des Lkw-Fahrverbots ab. Für unaufschiebbare Fahrten wird auf das Verfahren von Einzelfallgenehmigungen verwiesen. Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg argumentieren ähnlich.
DSLV: "Es gibt im Lkw-Sektor keine stille Reserve"
Die Beeinträchtigung der Binnenschifffahrt beim Gütertransport wegen des Niedrigwassers kann laut dem Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) kaum durch Lastwagen kompensiert werden. Es gebe im Lkw-Sektor keine stille Reserve, sagte DSLV-Hauptgeschäftsführer Huster im Deutschlandfunk.
Laut Huster sind die Transportunternehmen bereits seit Wochen bemüht, die Versorgung von Industrie und Handel sicherzustellen.
Güter seien verlagert worden, um Engpässe abzufedern - auf die Schiene und auch auf den L
kw. Dabei wurde ein Problem deutlich: Es fehlen in Deutschland Fahrer und Fahrerinnen. Huster erläuterte, dass man zum Ersatz eines Binnenschiffs mit 3.000 Tonnen Ladung und einer vierköpfigen Besatzung 150 Lastwagen benötige. Vor diesem Hintergrund sei das Verlagerungsvolumen begrenzt. Dem DSLV-Hauptgeschäftsführer zufolge liefen auch Gespräche mit der Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo und privaten Eisenbahnen. "Und auch da sieht es so aus, dass zwar Kapazitäten vorhanden sind, aber nicht in dem ausreichenden Maße, wie sie nötig wären."
Niedrigwasser belastet Industrie und Handel
Die derzeit niedrigen Pegelstände in Flüssen wie Rhein oder Donau stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme. Die Schiffe können deutlich weniger Ladung transportieren oder gar nicht mehr fahren. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind. Sogenannte Massengüter sind etwa Mineralöle, Kraftstoffe, Kohle, oder auch Agrarmittel wie Saatgut, Dünge- und Futtermittel.
Rhein droht zeitweise unpassierbar zu werden
Für die Schifffahrt ist vor allem die Fahrrinnentiefe entscheidend. Die Fahrrinne ist der Bereich des Flusses, in dem im Normalfall bestimmte Breiten und Tiefen für den Schiffverkehr vorhanden sind. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) erwartet, dass im Laufe dieser Woche der Rhein nicht mehr durchgängig befahrbar sein wird. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) veröffentlicht regelmäßig Wasserstandsvorhersagen für ausgewählte Pegel am Rhein sowie eine 6-Wochen Vorhersage des Wasserstands und Abflusses für ausgewählte Pegel an Rhein, Elbe und Donau.
Am Rheinpegel in Köln wird im Laufe des Tages der historische Tiefststand von 54 Zentimetern erwartet. Die Fahrrinne ist allerdings deutlich tiefer als der Pegelstand am Ufer. In Köln müssen beispielsweise 1,11 Meter hinzugerechnet werden. Schiffe können also noch fahren, allerdings nur mit wenig Fracht.
Diese Nachricht wurde am 11.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




