Nach Medienberichten
Weitergabe von Informationen an Russland: EU-Kommission fordert Aufklärung von Ungarn - Frankreichs Außenminister spricht von "Verrat"

Die EU-Kommission hat die ungarische Regierung aufgefordert, zu Berichten über Absprachen mit Russland Stellung zu nehmen.

    Brüssel: Drei Fahnen der Europäischen Union und gegenüberliegende Gebäude spiegeln sich im EU-Logo an der Außenfassade des Berlaymont-Gebäudes.
    Die EU-Kommission fordert von Ungarn Aufklärung über die Weitergabe von Informationen an Russland. (Alicia Windzio / dpa / Alicia Windzio)
    Eine Sprecherin erklärte in Brüssel, die Medienrecherchen seien äußerst beunruhigend. Kommissionspräsidentin von der Leyen werde das Thema auch auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zur Sprache bringen.
    Mehrere Medien hatten berichtet, dass der ungarische Außenminister Szijjarto vertrauliche Informationen eines EU-Gipfeltreffens an seinen russischen Amtskollegen Lawrow weitergegeben haben soll. Dabei ging es unter anderem um die Perspektiven für einen EU-Beitritt der Ukraine. Frankreichs Außenminister Barrot warf Ungarn vor, das Gebot der Solidarität zwischen EU-Mitgliedern verraten zu haben. Ungarns Außenminister Szijjarto wies die Vorwürfe zurück.
    In dem Land wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Umfragen zufolge könnte die Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Orban nach 16 Jahren die Macht verlieren.
    Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.