
Weil Antimaterie sofort in einem kurzen Energieblitz vernichtet wird, wenn sie mit Materie in Kontakt kommt, bauten die Forschenden einen speziellen Container. Darin schweben die Teilchen im Vakuum, mithilfe von supraleitenden Magneten, die auf -268 Grad Celsius gekühlt werden. Innerhalb von vier Stunden brachten die Forscher so etwa 100 Antiprotonen auf die Straße.
Antimaterie soll auch anderen Labors zur Verfügung stehen
Am Cern werden in einem Teilchenbeschleuniger kleinste Mengen Antimaterie produziert. Mit diesen Experimenten will man mehr über den Ursprung des Universums erfahren. Die Antimaterieteilchen können jedoch bisher nur im Cern selbst untersucht werden. Die Testfahrt war ein erster Schritt, um eines Tages Cern-Antiprotonen an andere Forscherinnen und Forscher liefern zu können, zum Beispiel an die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Sie liegt unter normalen Fahrbedingungen etwa acht Stunden entfernt. Die jetzt konstruierte Box kann die Antiprotonen nach Angaben der Forschenden etwa vier Stunden lang einschließen.
Nach heutigem Verständnis des Universums existiert für jede Teilchenart ein entsprechendes Antiteilchen, das exakt dem Teilchen entspricht, jedoch die entgegengesetzte Ladung besitzt. Treffen sie aufeinander, vernichten sie sich gegenseitig und setzen dabei – abhängig von den beteiligten Massen – enorme Energiemengen frei.
Die Masse im Test – etwas weniger als die von etwa 100 Wasserstoffatomen – war allerdings laut Experten so gering, dass im schlimmsten Fall die Antiprotonen verloren gehen würden. Eine Energiefreisetzung wäre nur mit einem Oszilloskop, das elektrische Signale misst, zu erfassen gewesen.
Über den ersten Antimaterie-Transport berichtet der Deutschlandfunk heute auchin seiner Sendung Forschung aktuell.
Diese Nachricht wurde am 24.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
