Dienstag, 25.06.2019
 
Seit 10:10 Uhr Sprechstunde
StartseiteWirtschaft und GesellschaftWenig Frauen in Führungspositionen20.09.2013

Wenig Frauen in Führungspositionen

Zwölf Jahre nach der Selbstverpflichtung der Wirtschaft

Diskutiert wurde viel über flexible und fixe Frauenquoten, passiert ist jedoch wenig. Zu diesem Ergebnis kommt die Initiative "Frauen in Aufsichtsräten" (FidAR). Noch immer gäbe es zu wenig weibliche Führungskräfte in Deutschland.

Von Katharina Hamberger

Noch immer sind zu wenig Frauen in Führungspositionen, sagt FidAR. (Stock.XCHNG / Constantin Kammerer)
Noch immer sind zu wenig Frauen in Führungspositionen, sagt FidAR. (Stock.XCHNG / Constantin Kammerer)

Es tut sich was, aber erst langsam. So lassen sich die Ergebnisse des Women-on-Board-Indexes zusammenfassen. Der sogenannte WoB-Index gibt Auskunft darüber, wie hoch der Anteil von Frauen in den Führungspositionen der 160 im Dax, MDax, SDax und TecDax notierten Unternehmen ist. Alle drei Jahre werden die Zahlen vorgestellt. So war 2011 in den Aufsichtsräten der Unternehmen nur jedes zehnte Mitglied eine Frau:

"Wir sind mittlerweile immerhin bei 17,4 Prozent."

Sagt Monika Schulze-Strelow, Präsidentin des Vereins FidAR, "Frauen in Aufsichtsräten", bei der Präsentation des WoB-Indexes. Die Bewegung sei auf Anteilseignerseite höher, als auf Arbeitnehmerseite. In Vorständen liegt der Anteil der Frauen bei gut sechs Prozent. Zusammengenommen bedeutet das: In Deutschland haben in den Dax-, MDax-, SDax- und TecDax-Unternehmen Frauen fast zwölf Prozent der Führungspositionen inne, das bedeutet einen Anstieg um gut fünf Prozentpunkte in den vergangenen drei Jahren. Ernüchternd, findet FidAR-Präsidentin Schulze-Strelow.

"Der Anstieg und der Fortschritt ist eigentlich aus unserer Sicht zu gering."

Damit die Zahl der Frauen in Führungspositionen steigt, fordert FidAR mehr Druck vonseiten der Politik - und eine Quote:

"Quote ist unser Instrument, damit mehr Bewegung in das Thema reinkommt."

Allerdings solle diese Quote nur für die Aufsichtsräte gelten, so Schulz-Strelow. Denn bei den Vorständen würde das zu sehr in das Innere einer Firma eingreifen – und über die Aufsichtsräte würden ja auch die Vorstände bestimmt. Der Bundesregierung stellt der Verein bei der Vorstellung des Indexes kein gutes Zeugnis aus:

"Diese Legislaturperiode ist für uns unter bestimmten Aspekten eine relativ vertane. Wir hatten eine Diskussion über drei Jahre zur Felxi-Quote und Festen-Quote, die uns aber nicht weiter gebracht hat, weil im letzten Sommer hat Frau Schröder erklärt, die könne jetzt die Flexi-Quote, oder das Gesetz dazu, jetzt nicht weiter voranbringen, weil der Koalitionspartner sich sperrt."

So Schulze-Strelow. Im Bundestag war noch mal Anfang dieses Jahres über eine feste Frauenquote diskutiert worden, den auch einige Unionsfrauen unterstützten, unter anderem Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, CDU, – und das gegen den Willen ihrer eigenen Partei. Das Vorhaben scheiterte. Unter anderem, weil die Union schon im Vorfeld einen Kompromiss mit den Quotenbefürworterinnen aushandelte, dass die Einführung einer festen Quote von 30 Prozent in Aufsichtsräten bis 2020 das Wahlprogramm kommen wird.

Der WoB-Index wird ermittelt, indem alle 160 Unternehmen schriftlich befragt werden. Zusätzlich gibt es persönliche Nachfragen und eigene Recherchen vom Verein "Frauen in Aufsichtsräten". Fast 90 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre Zahlen zur Verfügung gestellt.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk