
So dokumentierte die Polizei im vergangenen Jahr 6,5 Prozent mehr Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen sowie 8,5 Prozent mehr bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall beziehungsweise mit Todesfolge.
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ist der jüngsten Erhebung zufolge mit 42,9 Prozent weiterhin überdurchschnittlich hoch. Hamburgs Innensenator Grote erklärte aber, dass Straftaten durch Zugewanderte zugleich mit 9,2 Prozent überproportional rückläufig seien.
Sondereffekte durch Cannabis-Legalisierung und mehr Grenzkontrollen
Insgesamt wurden 2025 rund 5,5 Millionen Straftaten durch die Polizei registriert. Ohne ausländerrechtliche Verstöße war der Rückgang mit 4,4 Prozent etwas geringer. Den Angaben zufolge gab es aufgrund intensivierter Grenzkontrollen und Änderungen bei den Fluchtursachen - dazu zählt der Machtwechsel in Syrien - eine geringere Zahl unerlaubter Einreisen. Das habe im vergangenen Jahr zu einem Rückgang von Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und EU-Freizügigkeitsgesetz um mehr als 28 Prozent geführt.
Ebenfalls zum Rückgang der Straftaten beigetragen hat die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis im April 2024. Das Bundeskriminalamt wies aber darauf hin, dass dieser Befund nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass sowohl bei Rauschgiftdelikten mit Kokain einschließlich Crack als auch bei Delikten mit neuen psychoaktiven Stoffen sowie mit Methamphetamin die Zahl der Fälle zum Teil deutlich angestiegen seien.
Studie zeigt hohe Betroffenheit durch Cybercrime
Zeitgleich mit der Kriminalstatistik veröffentlichte das Bundesinnenministerium eine umfangreiche Dunkelfeldstudie zur Kriminalitätsbelastung. Sie zeigt, dass der Anteil der Menschen, die Opfer von Cyberkriminalität (18 Prozent), Diebstahl (12,7 Prozent) und Betrug (12,6 Prozent) werden, relativ hoch ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der für die Wohnbevölkerung im Alter ab 16 Jahren repräsentativen Studie waren nach ihren Kriminalitätserfahrungen im Jahr 2023 gefragt worden. Die Ergebnisse belegen auch, dass die 16- und 17-Jährigen am stärksten von Körperverletzung betroffen sind (8,5 Prozent). Mit steigendem Alter sinkt der Anteil stetig und liegt laut Studie unter den über 84-Jährigen bei 0,2 Prozent.
Jede zehnte Frau hat sexuelle Belästigung erfahren
Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es laut Studie bei bestimmten Gewaltdelikten. Während 11,2 Prozent der Frauen angaben, innerhalb eines Jahres Opfer sexueller Belästigung geworden zu sein, waren es unter den Männern 2,9 Prozent. Männer waren dagegen häufiger von Körperverletzung betroffen (3,1 Prozent) als Frauen (zwei Prozent).
Diese Nachricht wurde am 20.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
