" Ich denke mal, dass das komplette Institut ziemlich überlaufen ist, obwohl es Eignungsprüfungen für Journalisten gibt, obwohl es für KMW einen Numerus Clausus gibt. Es ist alles überlaufen. Das merkt man einfach an den Seminaren. Man bekommt schwierig Plätze. Es ist nicht immer wirklich gut."
Axel Krehl, Journalistik-Student an der Universität Leipzig, ist nicht zufrieden mit den Bedingungen am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Doch einer seiner Professoren meint, für Axel Krehl eine gute Nachricht zu haben. Denn Günter Bentele, Professor für Public Relations und Journalistik, hat Gelder für eine neue Professur eingeworben. Zum kommenden Wintersemester wird am Institut eine Stiftungsprofessur für PR und Kommunikationsmanagement eingerichtet.
" Das bedeutet eine Verbesserung in der Lehre, eine Verbesserung in der Forschungsleistung. Man muss wissen, dass dieser Bereich PR/Kommunikationsmanagement der am stärksten von Studierenden nachgefragte Bereich ist. Ich bin der einzige Professur von neun hier am Institut. Es sind aber 50 Prozent aller Studierenden hier, die diesen Schwerpunkt wählen. Und an diesem Ungleichgewicht sehen Sie, dass dieser Bereich, gemessen an der Nachfrage der Studierenden, aber auch an den Berufschancen, viel zu schlecht ausgestattet ist."
Die Energieunternehmen Vattenfall und die Stadtwerke Leipzig finanzieren die neue Stiftungsprofessur mit jährlich rund 85.000 Euro. Doch nicht uneigennützig, denn die Stiftungsprofessur widmet sich kommunikations- und politikwissenschaftlichen Fragen mit dem Schwerpunkt der Energiewirtschaft. Für den Journalistik-Studenten Axel Krehl, bedeutet die neue Stiftungsprofessur jedoch nicht die Lösung der eigentlichen Probleme am Institut.
" Stiftungsprofessuren, na ja, man sollte eher die Kernbereiche stärken und da vielleicht nachbessern und die in ihrem ursprünglichen Niveau erhalten, als irgendwelche zusätzlichen Bereiche ins Leben zu rufen, um vielleicht das Renommee zu erweitern, das bringt den Studierenden aber eher nichts."
Dass Unternehmen die neue Professur sponsern, stört ihn allerdings nicht.
" Nein, das stört mich nicht. Ich glaube, dass das sowieso früher oder später die Zukunft, dass sich Unternehmen vielmehr an der Uni beteiligen. Und damit die Uni dann überhaupt ihr Niveau halten kann, weil der Staat das mittlerweile nicht mehr kann."
Manche Beobachter befürchten jedoch, dass solche Allianzen zwischen Industrie und Universität die Freiheit von Lehre und Forschung gefährden. Franz Häuser, Rektor der Universität Leipzig und Vertreter der Hochschulrektorenkonferenz kennt diese Einwände.
" Nachvollziehen kann ich das schon, erlebt habe ich es noch nicht. Natürlich ist es so, wenn ein Stifter eine Stifterprofessur andient und sie mit einem thematischen Schwerpunkt versieht, dass er damit Einfluss nimmt auf den Forschungsbereich an der Universität. Das steht aber der Universität frei, ob sie das macht oder nicht. Meine Erfahrung geht dahin, dass die Fakultäten, die das primär entscheiden, dass die doch so selbstbewusst sind, dass sie sich da in ihren Forschungsrichtungen nichts vorschreiben lassen. Ich denke auch, Stifter sind auf der anderen Seite wiederum so sensibel, dass sie diese Einwände kennen und dann berücksichtigen."
Marion Danneboom, Pressesprecherin der Leipziger Stadtwerke, eines der Stifterunternehmen, spricht von einer so genannten Win-win-Situation, einer für beide Seiten gewinnbringenden Sache.
" Die Win-win-Situation bedeutet nach unserer Auffassung, dass einmal wir als Unternehmen von den aktuellen Forschungsergebnissen im Bereich der Kommunikationswissenschaften profitieren können, und zum anderen, dass wir auch konkrete Unternehmenserfahrung in diesen Fachbereich hinein geben können, mit dem dann wieder weiter geforscht werden kann."
In welcher Form Stiftungsprofessuren an deutschen Hochschulen eingerichtet werden, obliegt den Hochschulen selbst. Ohne Absprache mit der Landesregierung geht allerdings nichts. Denn nach fünf Jahren müssen die Stiftungsprofessoren von der Hochschule als reguläre Professoren übernommen werden. Bezahlen muss sie dann das Land. Diese bundesweit einheitlich geltende Regelung ist allerdings nicht unumstritten, sagt Rektor Franz Häuser.
" Man ist zunächst euphorisch, man bekommt eine zusätzliche Professur. Man bekommt zunächst acht Semesterwochenstunden zusätzliche Lehrkapazität. Da ist jede Fakultät hellauf froh, aber das Problem entsteht nach Ablauf der Zeit. Nach Ablauf der Zeit sind diese acht Stunden eigentlich weg. Und der Professor ist aber noch da. Das bedeutet im Grunde, die Ablösung muss dann mit einer anderen Professorenstelle im universitären Haushalt erfolgen."
Der Druck auf die Hochschulen sei dadurch aber immens, sagt Franz Häuser:
" Immens vor dem Hintergrund des sich ständig vollziehenden Stellenabbaus zu entscheiden, wenn man jetzt die damit verbundene Finanzierungsmöglichkeit auch sieht. Es ist eine Frage des Fakultätsmanagements, wenn man sich dann während dieser Stiftungszeit ausrichtet in dem man sagt, okay, jetzt haben wir uns für diesen Fachbereich entschieden und jetzt stehen wir auch dazu. "
Die Universität Leipzig hat nun damit begonnen, alle neuen Stiftungsprofessuren über die fünf Jahre hinweg zu evaluieren. Erst danach will man entscheiden, ob man die Stelle auch wirklich übernimmt.
Axel Krehl, Journalistik-Student an der Universität Leipzig, ist nicht zufrieden mit den Bedingungen am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Doch einer seiner Professoren meint, für Axel Krehl eine gute Nachricht zu haben. Denn Günter Bentele, Professor für Public Relations und Journalistik, hat Gelder für eine neue Professur eingeworben. Zum kommenden Wintersemester wird am Institut eine Stiftungsprofessur für PR und Kommunikationsmanagement eingerichtet.
" Das bedeutet eine Verbesserung in der Lehre, eine Verbesserung in der Forschungsleistung. Man muss wissen, dass dieser Bereich PR/Kommunikationsmanagement der am stärksten von Studierenden nachgefragte Bereich ist. Ich bin der einzige Professur von neun hier am Institut. Es sind aber 50 Prozent aller Studierenden hier, die diesen Schwerpunkt wählen. Und an diesem Ungleichgewicht sehen Sie, dass dieser Bereich, gemessen an der Nachfrage der Studierenden, aber auch an den Berufschancen, viel zu schlecht ausgestattet ist."
Die Energieunternehmen Vattenfall und die Stadtwerke Leipzig finanzieren die neue Stiftungsprofessur mit jährlich rund 85.000 Euro. Doch nicht uneigennützig, denn die Stiftungsprofessur widmet sich kommunikations- und politikwissenschaftlichen Fragen mit dem Schwerpunkt der Energiewirtschaft. Für den Journalistik-Studenten Axel Krehl, bedeutet die neue Stiftungsprofessur jedoch nicht die Lösung der eigentlichen Probleme am Institut.
" Stiftungsprofessuren, na ja, man sollte eher die Kernbereiche stärken und da vielleicht nachbessern und die in ihrem ursprünglichen Niveau erhalten, als irgendwelche zusätzlichen Bereiche ins Leben zu rufen, um vielleicht das Renommee zu erweitern, das bringt den Studierenden aber eher nichts."
Dass Unternehmen die neue Professur sponsern, stört ihn allerdings nicht.
" Nein, das stört mich nicht. Ich glaube, dass das sowieso früher oder später die Zukunft, dass sich Unternehmen vielmehr an der Uni beteiligen. Und damit die Uni dann überhaupt ihr Niveau halten kann, weil der Staat das mittlerweile nicht mehr kann."
Manche Beobachter befürchten jedoch, dass solche Allianzen zwischen Industrie und Universität die Freiheit von Lehre und Forschung gefährden. Franz Häuser, Rektor der Universität Leipzig und Vertreter der Hochschulrektorenkonferenz kennt diese Einwände.
" Nachvollziehen kann ich das schon, erlebt habe ich es noch nicht. Natürlich ist es so, wenn ein Stifter eine Stifterprofessur andient und sie mit einem thematischen Schwerpunkt versieht, dass er damit Einfluss nimmt auf den Forschungsbereich an der Universität. Das steht aber der Universität frei, ob sie das macht oder nicht. Meine Erfahrung geht dahin, dass die Fakultäten, die das primär entscheiden, dass die doch so selbstbewusst sind, dass sie sich da in ihren Forschungsrichtungen nichts vorschreiben lassen. Ich denke auch, Stifter sind auf der anderen Seite wiederum so sensibel, dass sie diese Einwände kennen und dann berücksichtigen."
Marion Danneboom, Pressesprecherin der Leipziger Stadtwerke, eines der Stifterunternehmen, spricht von einer so genannten Win-win-Situation, einer für beide Seiten gewinnbringenden Sache.
" Die Win-win-Situation bedeutet nach unserer Auffassung, dass einmal wir als Unternehmen von den aktuellen Forschungsergebnissen im Bereich der Kommunikationswissenschaften profitieren können, und zum anderen, dass wir auch konkrete Unternehmenserfahrung in diesen Fachbereich hinein geben können, mit dem dann wieder weiter geforscht werden kann."
In welcher Form Stiftungsprofessuren an deutschen Hochschulen eingerichtet werden, obliegt den Hochschulen selbst. Ohne Absprache mit der Landesregierung geht allerdings nichts. Denn nach fünf Jahren müssen die Stiftungsprofessoren von der Hochschule als reguläre Professoren übernommen werden. Bezahlen muss sie dann das Land. Diese bundesweit einheitlich geltende Regelung ist allerdings nicht unumstritten, sagt Rektor Franz Häuser.
" Man ist zunächst euphorisch, man bekommt eine zusätzliche Professur. Man bekommt zunächst acht Semesterwochenstunden zusätzliche Lehrkapazität. Da ist jede Fakultät hellauf froh, aber das Problem entsteht nach Ablauf der Zeit. Nach Ablauf der Zeit sind diese acht Stunden eigentlich weg. Und der Professor ist aber noch da. Das bedeutet im Grunde, die Ablösung muss dann mit einer anderen Professorenstelle im universitären Haushalt erfolgen."
Der Druck auf die Hochschulen sei dadurch aber immens, sagt Franz Häuser:
" Immens vor dem Hintergrund des sich ständig vollziehenden Stellenabbaus zu entscheiden, wenn man jetzt die damit verbundene Finanzierungsmöglichkeit auch sieht. Es ist eine Frage des Fakultätsmanagements, wenn man sich dann während dieser Stiftungszeit ausrichtet in dem man sagt, okay, jetzt haben wir uns für diesen Fachbereich entschieden und jetzt stehen wir auch dazu. "
Die Universität Leipzig hat nun damit begonnen, alle neuen Stiftungsprofessuren über die fünf Jahre hinweg zu evaluieren. Erst danach will man entscheiden, ob man die Stelle auch wirklich übernimmt.