Nach WM-Aus
Wer könnte Nagelsmann beerben? Mögliche Bundestrainer-Kandidaten

Nach dem WM-Aus für Deutschland wird über Bundestrainer Nagelsmann diskutiert. Der 38-Jährige hatte noch im Stadion von Foxborough nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay und dem damit verpassten Einzug ins Achtelfinale seine Bereitschaft erklärt, im Amt zu bleiben.

    Bundestrainer Nagelsmann nach dem Ausscheiden bei der Fußball-WMAnkunft am Flughafen steigt aus dem Flugzeug.
    Bundestrainer Nagelsmann nach dem Ausscheiden bei der Fußball-WM (picture alliance / dpa / Christian Charisius)
    DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagte, man sei sich einig, dass das Abschneiden bei der WM nicht den Ansprüchen genügt. Man werde gemeinsam und in Ruhe die Gründe erörtern. Man könne und wollen nach einem derartigen Tiefschlag aber nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Sowohl der DFB als auch nagelsmann haben im Vertrag eine Austiegsklausel.
    Sollte Nagelsmann gehen, wer könnte Bundestrainer werden?

    Jürgen Klopp (59)

    Der frühere Erfolgstrainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool war von vielen Fans auch schon gefordert worden, als Joachim Löw und Hansi Flick gehen mussten. Der vermeintliche Bundestrainer der Herzen und der DFB fanden bzw. passten bislang aber nie zusammen. Aktuell ist Klopp Head of Global Soccer bei Red Bull - und bei der WM als Experte für MagentaTV im Einsatz. Nach seinen Ambitionen gefragt sagte er, das sei nicht der Moment. "Es gibt dazu nichts zu sagen." Das war kein klares Dementi.

    Thomas Tuchel (52)

    Auch Tuchel war immer mal wieder als Bundestrainer der Zukunft gehandelt worden. Mit Borussia Dortmund, dem FC Chelsea und Paris Saint-Germain feierte er große Erfolge, mit dem FC Bayern nicht so sehr. Derzeit ist der frühere FIFA-Welttrainer als Nationaltrainer bei den Engländern angestellt. Ein Scheitern bei der WM würde wohl auch in England eine Trainerdebatte auslösen. Der Deutsche auf der Trainerbank wird auf der Insel traditionell eher kritisch gesehen.

    Sebastian Hoeneß (44)

    Der Neffe von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat sich als Trainer des VfB Stuttgart einen exzellenten Ruf erarbeitet und wurde auch schon als künftiger Trainer des Rekordmeisters gehandelt. Dass der DFB sich in der Bundesliga umschaut, erscheint nur logisch. Der aktuelle Bayern-Trainer, Vincent Kompany (40), scheint mit seinem Vertrag bis 2029 praktisch nicht verfügbar. Hoeneß' Vertrag bei den Schwaben, die er 2025 zum Pokalsieg geführt hatte, läuft zwar auch noch bis 2028. Aber was, wenn der DFB in höchster Not anruft? VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB GmbH & Co. KG.

    Oliver Glasner (51)

    Der Österreicher wäre der erste Ausländer im Bundestrainer-Amt. Eintracht Frankfurt hatte Glasner 2022 zum Europa-League-Titel geführt, mit Crystal Palace gewann er in diesem Jahr die Conference League. Seine Zeit bei den Engländern beendete er in diesem Sommer von sich aus, wäre also frei. Eventuell müsste sich der DFB beeilen - Glasners Name wird auch bei den ebenfalls früh bei der WM gescheiterten Niederländern gehandelt.

    Pep Guardiola (55)

    DFB, oder nix? Der Übertrainer des vergangenen Jahrzehnts, der als Spanier auch eine Premiere im Amt wäre, feierte im Sommer einen tränenreichen Abschied von Manchester City. Nach dem FC Barcelona und dem FC Bayern, wo er einst legendär den Kauf von Mittelfeldspieler Thiago gefordert hatte, hatte er die Engländer durch eine Erfolgsära geführt. Der 55-Jährige will bei seinen Stationen immer das Maximale erreichen, eine Nationalmannschaft hat er noch nicht trainiert.
    Diese Nachricht wurde am 30.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.