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Wertvolle Stunden im Mondlicht

Bevor Maschinen in der Landwirtschaft einen Großteil der Arbeit übernahmen, war es ein Problem für die Bauern, oft nur wenige Tage Zeit zu haben, um die gesamte Ernte mit ihrer Hände Arbeit einzubringen. Dabei war der Vollmond eine wichtige Hilfe. Er verlängerte mit seinem hellen Licht den Arbeitstag bis weit in die Nacht.

Von Damond Benningfield |
    In nördlichen Breiten fällt die Haupterntezeit in den September. Der Septembervollmond war deshalb besonders wichtig. Er trägt noch heute den Namen "Erntemond”. Der Mond erreicht seine Vollmondphase morgen in den frühen Morgenstunden. Sie sehen den Erntemond also heute und morgen Nacht. Groß und hell geht er um die Zeit des Sonnenuntergangs auf. Offiziell ist der Erntemond der Vollmond, den es am nächsten zur Herbsttagundnachtgleiche gibt. In den meisten Jahren fällt er in den September.

    Der Erntemond ist noch aus einem anderen Grund etwas Besonderes. Durchschnittlich geht der Mond von Nacht zu Nacht etwa 50 Minuten später auf. In der Erntezeit sind diese Zeitabstände erheblich kürzer. Im Vergleich zu heute geht der Mond morgen beispielsweise nur 15 Minuten später auf. Dieser Effekt wird umso ausgeprägter, je weiter Sie nach Norden kommen. Für die Bauern bedeutete das: Auch wenn der Tag zu Ende ging, sorgte der Mond kurz darauf für Licht, in dem man weiter arbeiten konnte.

    Auf der südlichen Erdhalbkugel mit den entgegengesetzten Jahreszeiten ist der Effekt genau umgekehrt. Bauern in Neuseeland oder Australien sehen den aufgehenden Mond zur Zeit jeden Tag mehr als 50 Minuten später. Ihren Erntemond gibt es erst im März.