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Wettanbieter strömen nach Schleswig-Holstein

Nach einigen kleinen Wettanbietern setzt jetzt auch Branchenführer bwin auf Werbung im deutschen Sport. Ab Januar 2012 ist das Glücksspiel-Unternehmen für eine mittlere sechsstellige Summe Teamsponsor beim Handball-Spitzenklub THW Kiel.

Von Heinz Peter Kreuzer | 22.11.2011

    Der Sponsoringvertrag zwischen dem Handball-Abonnementsmeister THW Kiel und dem privaten Wettanbieter bwin ist nur der Anfang. In den kommenden Tagen sollen weitere Glücksspiel-Unternehmen und Spitzenvereine aus Schleswig-Holstein Sponsoring-Vereinbarungen unterzeichen. Für den CDU-Wirtschaftspolitiker Hans-Jörn Arp, einem der Initiatoren des liberalen Glücksspielgesetzes, keine Überraschung:

    "Das ist die Auswirkung des Glücksspielgesetzes, in dem wir immer gesagt haben, jawohl, es geht nicht nur um die Mehreinnahmen die wir durch das Gesetz kriegen können, es geht auch nicht nur um die Regulierung, sondern der Sport, der Sportsponsoring, wird davon profitieren."

    Aep bezieht sich auf das Glücksspielgesetz, dass die Landesregierung im September dieses Jahres verabschiedet hatte. Das erlaubt Glücksspiel im Internet und öffnet den Markt unbegrenzt für private Sportwettenanbieter. Außerdem ist im Gegensatz zum bisherigen Glücksspiel-Staatsvertrag auch Werbung erlaubt. bwin- Deutschland-Chef Jörg Wacker bestätigt die Aussage von Arp und ergänzt: Man bereute sich mit dem Vertragsabschluss auf die Öffnung des Glücksspielmarktes in Schleswig-Holstein vor. Im Gegensatz zu dem von den 15 anderen Bundesländern verabschiedeten Glücksspiel-Staatsvertrag ist das Modell aus Schleswig-Holstein mit EU-Recht vereinbar. Auf Grund der immer noch nicht geklärten Rechtslage im restlichen Deutschland will bwin seine Sponsoringaktivitäten auf Schleswig-Holstein beschränken, wie bwin-Geschäftsführer Wacker dem Deutschlandfunk sagte. Das Unternehmen werde in den nächsten Monaten seine Sponsoringaktivitäten nicht auf andere Bundesländer ausdehnen.