
Für die Untersuchung haben die Forschenden Daten aus den vergangenen Jahrzehnten zum Salzgehalt im Südatlantik verglichen. Dabei fanden sie heraus,dass die pessimistischsten Klimamodelle die Realität am besten abbilden. Die Schätzungen gehen davon aus, dass die AMOC bis zum Ende des Jahrhunderts um 50 bis 65 Prozent nachlässt. Das berichten sie im Magazin "Science".
Unterstützt werden die Erkenntnisse durch Ergebnisse eines anderen Forschungsteams: Dieses hat an der Westküste des Atlantiks den Wasserdruck am Meeresboden gemessen und auch dabei zeigten die Daten der letzten 20 Jahre, dass die Strömung schwächer wird.
Klimawandel als Ursache für AMOC-Schwäche
Die AMOC bringt warmes Oberflächenwasser aus den Tropen in Richtung Nordatlantik. Dort kühlt das Wasser ab, sinkt in die Tiefe und fließt als Kaltstrom zurück in den Süden. So sorgt die Strömung unter anderem für milde Winter in Europa.
Als Ursache für ihre Abschwächung gilt der Klimawandel: Die Arktis wird wärmer und schmelzendes Eis verringert den Salzgehalt des Meeres. Beides sorgt dafür, dass weniger Wasser absinkt und die Strömung nachlässt.
Verschwände die AMOC komplett, würde sich das Wetter in vielen Regionen der Erde drastisch ändern. Außerdem könnte der globale Meeresspiegel um bis zu einen Meter steigen. Eine weitere aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass dadurch im Südatlantik zusätzliches CO2 freigesetzt würde, was die Klimakrise weiter verschärfen würde.
Diese Nachricht wurde am 20.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
