Länderkammer
Widerruf per Mausklick, Greenwashing, Bundeswehr - die Beschlüsse des Bundesrats

Der Bundesrat hat in seiner ersten Sitzung des Jahres zahlreiche Gesetze beschlossen. Außerdem gab die Länderkammer Stellungnahmen zu Vorhaben der Bundesregierung ab. Die wichtigsten Entscheidungen im Überblick.

    Blick von oben in den Bundesrat
    Der Bundesrat ist zur ersten Sitzung des Jahres zusammengekommen. (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)

    Mehr Verbraucherschutz bei On7line-Käufen

    Das neues Gesetz verpflichtet Internetanbieter, den Widerruf per Mausklick zu ermöglichen. Dafür soll eine leicht auffindbare Schaltfläche bereitgestellt werden. Durch die neuen Vorgaben wird eine EU-Richtlinie umgesetzt. Das Gesetz verpflichtet Anbieter außerdem zu verständlichen Vertragsbedingungen.

    Greenwashing

    Durch das neue Gesetz soll es Unternehmen erschwert werden, ihre Produkte irreführend oder missbräuchlich als "umweltfreundlich" oder "klimaneutral" zu vermarkten. Dem Gesetz zufolge müssen Umweltaussagen klar und gut sichtbar erläutert werden. Bei Verstößen gegen die neuen Vorschriften drohen erhebliche Geldbußen.

    Beschaffungen für Bundeswehr

    Der Bundesrat gab auch grünes Licht für das neue Gesetz zur Beschleunigung der Beschaffungen der Bundeswehr. Ziel ist, dass die Bundeswehr angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Bedrohungen künftig schneller und unkomplizierter benötigtes Material erwerben kann.

    Abschuss von Wölfen

    Die Pläne der Bundesregierung zur Erleichterung des Abschusses von Wölfen sind im Bundesrat grundsätzlich auf Zuspruch gestoßen. In einer Entschließung kritisierte der Bundesrat aber Überregulierung in dem Gesetzentwurf und verlangte eine Entlastung der Länder.

    Ausbau der Infrastruktur

    Mit einem neuen Gesetz will die Bundesregierung die Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte beschleunigen. Die Länder begrüßten zwar grundsätzlich das Ziel des Gesetzentwurfs, forderten aber noch weitergehende Regelungen, um die Verfahren wirklich zu beschleunigen. Zudem verlangen sie flexiblere Regeln zur Finanzierung solcher Projekte.

    Opfer häuslicher Gewalt

    Der Bundesrat will es Betroffenen häuslicher Gewalt ermöglichen, schneller aus dem gemeinsamen Mietvertrag auszuscheiden. Dafür will er nun einen eigenen Gesetzentwurf beim Bundestag einbringen.

    Geldwäsche

    In einer weiteren Entschließung forderte der Bundesrat die Bundesregierung auf, strengere Regeln zum Kampf gegen Geldwäsche, Finanzkriminalität und Steuerhinterziehung zu verabschieden. Die bisherigen Instrumente reichten nicht aus, um den wachsenden und zunehmend professionell organisierten Formen der Finanzkriminalität wirksam zu begegnen, heißt es in der Entschließung.
    Zusammengestellt mit Material der Nachrichtenagentur AFP.
    Diese Nachricht wurde am 30.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.