
Was war in Butscha passiert?
Als russische Truppen am 24. Februar 2022 die Grenzen der Ukraine übertraten und in der Hauptstadt Kiew die dortige Regierung absetzen wollten, nahmen sie vorübergehend die dazwischenliegenden Gebiete ein. Vielerorts wurden sie in den ersten Kriegswochen wieder zurückgedrängt. Am 31. März 2022 befreiten ukrainische Soldaten die Kleinstadt Butscha vor den Toren Kiews von den russischen Invasoren.
Damals gingen Bilder aus den Straßen um die Welt, in denen die Leichen ziviler Opfer lagen. Ukrainische Behörden registrierten mehr als 400 getötete Zivilisten allein in Butscha. In der Region waren es mehr als 1.300, von denen 700 erschossen wurden. Russische Offizielle weisen den Vorwurf eines Kriegsverbrechens zurück und sprechen trotz klarer Gegenbeweise von einer Inszenierung.
Internationale Politiker verurteilten Russland damals scharf; so brachten etwa die EU sowie die USA als Reaktion weitere Sanktionen auf den Weg.
Wie verläuft der vierte Jahrestag?
Zum Gedenken an die Opfer von Butscha haben sich mehrere europäische Spitzenpolitiker angekündigt, darunter Bundesaußenminister Wadephul und die EU-Außenbeauftragte Kallas.
Wadephul bekräftigte bei seiner Ankunft in Kiew, man unterstütze die Ukraine entschlossen auf ihrem Weg in die Europäische Union. Angesichts der andauernden russischen Angriffe sei Nachlassen keine Option. Wadephul sagte an Russland gerichtet, die Verantwortlichten für den Krieg und die begangenen Verbrechen dürften nicht ungestraft davonkommen. Deshalb unterstütze die Bundesregierung die Ukraine bei der Sammlung von Beweismitteln und der Dokumentation russischer Verbrechen.
Kallas sagte, das Engagement in der Ukraine sei so wichtig wie nichts anderes, weil es um europäische Sicherheit gehe. Man müsse das Thema trotz des Iran-Krieges und dessen Folgen auf der Agenda halten und jede mögliche Unterstützung leisten.
Am Vormittag ist eine Gedenkzeremonie in Butscha geplant. Später sollen politische Gespräche in Kiew stattfinden.
Wie steht die Ukraine derzeit da?
Im fünften Kriegsjahr sind insbesondere die Frontgebiete im Norden und Osten der Ukraine weiter heftig umkämpft. Zuletzt waren der Ukraine einige Vorstöße gelungen, doch sprechen Experten von Anzeichen für den Beginn einer russischen Frühjahrsoffensive.
(Hören Sie hierzu ein aktuelles Interview aus der Sendung ”Europa Heute”.)
Zudem greift Russland weiter massiv ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen an. Die Ukraine wehrt viele dieser Angriffe mit verhältnismäßig günstigen Waffensystemen ab. Am Wochenende vereinbarte Präsident Selenskyj Kooperationen mit mehreren Golfstaaten, die angesichts anhaltender Angriffe aus dem Iran an den ukrainischen Defensivwaffen interessiert sind.
Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
