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StartseiteHintergrundWie Patchworkfamilien funktionieren17.04.2012

Wie Patchworkfamilien funktionieren

Neuer Partner, neue Kinder, neue Konflikte

Rund 14 Prozent aller Familien in Deutschland sind Patchworkfamilien - so die Hochrechnung des Instituts für Demoskopie in Berlin. Alltagskonflikte sind vorprogrammiert. Doch die zusammengeflickte Familie kann vor allem das Leben der Kinder bereichern.

Von Svenja Pelzel

Auch für die Politik eine Herausforderung: Die Struktur der Familie ist im Wandel.
Auch für die Politik eine Herausforderung: Die Struktur der Familie ist im Wandel.

Abendessen bei Familie Nosbers-Kluftinger-Schaper. Die beiden Erwachsenen Nicola und Frank sitzen gemeinsam mit der sechsjährigen Lotte und der 15-jährigen Jule am langen hölzernen Esstisch, der mitten in der offenen Wohnküche steht. Eigentlich gehören fünf Kinder zu der Patchworkfamilie. Doch der zwölfjährige Anton ist gerade beim Basketball, der 14-jährige Nick auf Klassenfahrt, und die 17-jährige Lea als Austauschschülerin in England.

Die beiden Jungs Nick und Anton hat Frank mit in die Beziehung gebracht, die Mädchen Jule und Lea sind von Nicola. Die kleine Lotte ist das gemeinsame Kind der beiden. An den Wochenenden sind die Mädchen oft beim Vater, der noch eine erwachsene Tochter aus früherer Beziehung hat. Die Jungs wohnen im Wechsel bei Vater und Mutter, die mit einer Frau liiert ist. Wer wann gerade was vorhat und wo nachts schläft, kann Nicola Kluftinger erst sagen, wenn sie in ihren Kalender geblickt hat. Grundsätzlich genießt sie es aber, dass nicht immer alle da sind.

"Die Vorteile sind, dass man natürlich alle Varianten von der Kleinfamilie bis zur ganz großen Familie hat. Sprich man hat die Wochenenden, wo die Kinder jeweils beim Vater sind oder bei der Mutter, wo wir mit Lotte alleine sind, ganz Kleinfamiliengefühl. Aber man hat auch die Wochen, oder Wochenenden wo dann fünf Kinder da sind. Immer fünf, wäre nicht so mein Ding, aber es ist ein Vorteil, dass es wechselt."

Nicola Kluftinger ist 46, Architektin, arbeitet halbtags als Leiterin eines sozialen Projekts. Frank Nosbers ist 44, Geograph und bei einer Unternehmensberatung angestellt. Als sie sich 2002 kennenlernten, hatte jeder zwei kleine Kinder und eine gescheiterte Beziehung im Gepäck. Beide hofften auf einen Neuanfang.

"Wobei es auch super war, auch tatsächlich sich noch mal neu zu verlieben, noch mal was Neues anzufangen und zu merken, es geht anderen genauso. Das fand ich total schön und toll. Auch dann zu wissen, der ist genauso eingeschränkt, weil der auch Kinder hat, der versteht das auch, dass ich nicht jeden Abend oder jeden zweiten Abend irgendwohin kann."

Wegen der Kinder überlegen Frank und Nicola lange, ob sie zusammen leben sollen.

"Also wie haben das getestet das Patchwork, weil in meiner WG zwei Zimmer frei waren und das war eine wunderbare Zeit. Wir hatten sehr viel Spaß. Die Kinder haben fast jeden Tag Aufführungen gemacht, die brauchten keine Spiele, die haben Rollenspiele gemacht, das war toll."

Nach der Testphase ziehen sie in eine gemeinsame Wohnung, machen aus zwei Familien eine. Am Anfang genießen Erwachsene und Kinder das neue Zusammensein, verbringen viel Zeit gemeinsam.

Mittlerweile gehen die vier Teenager – wie in allen Familien - oft ihrer eigenen Wege. Nach dem Abendbrot setzt sich Nicola Kluftinger seit ein paar Monaten deshalb häufig an ihren Laptop, unterhält sich via Internet und Webcam mit der großen Tochter Lea in England. Die versucht gerade vergeblich Stiefbruder Nick auf dem Handy zu erreichen.

"Du sagst, die Mailbox geht an? – Ja – Kannst Du da was drauf sprechen? – Ja, aber das wird ja eh nicht abgehört."

Wenn man von Patchworkfamilien spricht, muss man definieren, welchen Begriff man meint, den engeren oder den weiteren. Bei der engeren Definition ist eine Patchworkfamilie nur dann gegeben, wenn im Haushalt des Kindes noch eine andere Person wohnt als leibliche Eltern oder Geschwister– also zum Beispiel die neue Freundin des Vaters.

Bei der weiteren Definition, spricht man auch dann schon von Patchworkfamilie, wenn nicht im eigenen Haushalt des Kindes, sondern beim anderen Elternteil jemand familienfremdes wohnt. Das Kind lebt also zum Beispiel nur mit seiner Mutter zusammen, der Vater und seine neue Freundin wohnen woanders. Doch egal, wie man Patchworkfamilie definiert, es kommen in beiden Fällen viele neue Beziehungen dazu.

"Da gibt’s noch Opas, die nicht die richtigen Opas sind. Und die Enkel, wo mein Vater immer sagt, das sind die Beuteenkel, aber die trotzdem genauso anerkannt werden und auch ihre Geschenke kriegen. Ja, der Kreis ist größer, es kommt mehr Aufwand auch hinzu, die alle abzudecken, dran zu denken, das ist auch anstrengend, aber man profitiert auch. Das sind immer so die Vor- und Nachteile, die diese Patchworkfamilie hat, ne."

Jede Familie, in der viele Kinder wohnen und beide Eltern arbeiten, kennt das Problem: Es ist eine echte Herausforderung, den Alltag zu organisieren. In Patchworkfamilien verdoppelt sich in der Regel jedoch der Organisationsaufwand, weil zur eigenen Familie noch die des Ex-Partners hinzukommt.

An Feiertagen warten bei Frank und Nicola zum Beispiel acht Großelternteile auf Besuch. Vier Eltern feiern Geburtstag oder fahren in den Urlaub und wollen die Kinder dabei haben. Auch wenn es amüsant klingt, dass Nicola in den Kalender sehen muss, um zu wissen, wer wo schläft – in der Realität zehrt dieses Hin- und Her an ihren Kräften.

Hinzu kommt, dass sie und Frank sich bei Erziehungsfragen nicht immer einig sind. Auch dieses Problem kennen viele Mütter und Väter, nur dass der Streit in Patchworkfamilien nicht um die eigenen Kinder geht. Die Frage, wer wem was erlaubt, beginnt schon bei Kleinigkeiten kompliziert zu werden wie Zeugnisgeld und Joghurtsorte.

"Eigentlich sind wir eine Familie und warum kriegt der Nick richtig viel Zeugnisgeld? Ich will den Kindern nicht richtig viel Zeugnisgeld zahlen zum Beispiel. Okay, du machst das mit deinen so, ich mach das mit meinen so. - Also das finde ich auch das Anstrengende bei Patchwork, weil jeder bringt was mit, jeder hat seine Vorgeschichte und seine Dinge, die sich eingeschliffen haben. Und dann kommt man zusammen und Sachen, wo man denkt, das haben wir im Griff und geregelt, müssen jetzt wieder plötzlich neu diskutiert werden, weil die fragen, ja warum darf der jetzt Joghurt mit Geschmack haben, warum muss ich Naturjoghurt essen?"

Die Praxis sieht in der Familie momentan so aus: Beide sind für Lotte zuständig, Nicola außerdem für ihre Mädchen, Frank für seine Jungs. Manchmal wünscht sich Nicola, dass er mehr Position bezieht, sich mehr einmischt.

"Da denk’ ich, dass ist eine Kompetenzüberschreitung, da verlier’ ich letztendlich nur. Weil an gewisse Sachen, da komme ich nicht ran. Das kann ich nicht erreichen, werde ich auch nicht erreichen, hab’ ich auch nie vor. Ich will nicht die Rolle des leiblichen Vaters spielen. Das will ich auch nicht."

Doch das eigentliche Problem, mit dem fast alle Patchworkfamilien kämpfen, ist viel schwerwiegender.

"Ich find’s schon schwierig zu sagen, die eigenen Kinder behandelt man ganz genauso wie die anderen. Irgendwie tut es mir leid, aber ich muss schon zugeben, dass dem nicht ganz so ist. Dass man, wenn die eigenen Kinder morgens nicht grüßen, man das nicht so ernst oder nicht so persönlich oder negativ aufnimmt, wie wenn’s die fremden Kinder sind."

Ortswechsel: die Akademie der Wissenschaft am Gendarmenmarkt in Berlin Mitte. Das Institut für Demoskopie hat zu seiner Jahrestagung geladen. Mit dabei ist auch Norbert Schneider, Direktor des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung. Das Institut mit Sitz in Wiesbaden arbeitet im Auftrag des Innenministeriums. Derzeit beschäftigen sich die 40 Mitarbeiter von Norbert Schneider unter anderem mit Fragen zur alternden Gesellschaft, zum Geburtenrückgang, zu Mobilität und Migration sowie zum Wandel der Familie.

"Ein zentrales Merkmal des Wandels in den letzten 50 Jahren ist die Veränderung des Verhältnisses von Familie und Gesellschaft. Davor war es so, dass im Kern der Institutionsschutz stand, völlig egal, wie es den Menschen damit geht. Und jetzt geht es eher darum, die individuelle Autonomie, die Individualrechte zu sichern und zu fördern und nicht mehr die Ehe per se zu schützen."

Geändert haben sich auch die Begriffe.

"Also es gibt einen alten Begriff, der zunehmend obsolet ist, das ist die Stieffamilie. Die Stieffamilie ist eine Familienform, die ist so alt wie die Menschheit. Dafür braucht es eigentlich keinen neuen Begriff. Eine Stieffamilie ist dadurch gekennzeichnet im ursprünglichen Sinn, dass einer der beiden leiblichen Eltern, die miteinander verheiratet waren, weg ist in der Regel durch Tod, selten durch Scheidung und durch einen neuen sozialen Elternteil, der wiederum verheiratet ist mit dem anderen leiblichen Elternteil, hinzu gekommen ist."

1990 wird in der Übersetzung eines wissenschaftlichen Artikels aus Amerika erstmals der Begriff Patchworkfamilie verwendet. Das Wort setzt sich durch, wahrscheinlich weil 'Stieffamilie’ durch Märchen negativ belegt ist. Das zumindest mutmaßt Norbert Schneider. Die Forschung steht beim Thema Patchworkfamilien erst am Anfang. So gibt es derzeit – anders als zum Beispiel bei Alleinerziehenden – keine amtliche Statistik, sondern nur Hochrechnungen unter anderem von Schneiders Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Nach der weiteren Definition sind 14 Prozent aller Familien demnach Patchwork- oder Stieffamilien mit steigender Tendenz.

"Betrachten wir sie kurzfristig, d.h. über die letzten 50 Jahre hinweg, dann stellt man fest, die Zahl der Stieffamilien hat tatsächlich zugenommen, was einfach daran liegt, dass es in den 60er Jahren wenige gab. Da war dieses klassische Zeitalter der stabilen Kernfamilie. Betrachtet man aber einen längeren Zeitraum, frühe Daten haben wir aus der Mitte des 19. Jahrhundert, dann muss man sagen, dass die Stieffamilie sehr viel verbreiterter war als sie es heute ist."

Was vor allem daran liegt, dass damals viele Frauen bei der Geburt starben, die Männer im Krieg fielen. Aus blanker Not heirateten die Menschen erneut, gründeten eine Stieffamilie. Heute dagegen sind Patchworkfamilien Teil einer großen, bunten, selbstbestimmten Familienlandschaft, bei der die äußere Form für viele Menschen eher unwichtig geworden ist.

"Das Ideal ist, dass zwei Generationen harmonisch zusammen leben. Wie diese zwei Generationen zusammengesetzt sind, das hat sich verändert. Wir können uns heute sehr gut auch eine Familie vorstellen, die aus zwei Müttern oder zwei Vätern besteht und wir können und auch gut vorstellen, dass Kinder bei einem Elternteil bleiben und ein anderer Elternteil wechselt ein, zwei, drei mal. Für uns ist heute klar, dass Alleinerziehende eine Familie sind. Vor 30, 40 Jahren war eine Alleinerziehende noch eine unvollständige Familie."

Mit anderen Worten: Es ist uns heute grundsätzlich nicht mehr wichtig, ob Menschen in Patchworkfamilien leben, ob die Eltern mal geheiratet haben oder alle Kinder, die sie erziehen ihre leiblichen sind. Wichtig ist nur noch, dass alle mit der gewählten Familienform klar kommen.

Wer Zuhause nicht glücklich ist, findet manchmal den Weg zur Familienberatung - zum Beispiel bei der Caritas in Berlin Mitte. Berin Arukazlan ist 36, Sozialpädagogin und Familientherapeutin. Häufig kommen Mütter und Väter von Patchworkfamilien zu ihr, suchen Hilfe. Viele scheitern schon, so erzählt Arukazlan, an den rein organisatorischen Fragen.

"Das ist ja auch eine Herausforderung für alle, für Vermieter, für Kindergärten, für Schulen, für die Lehrer zu wissen, von wem wird dieses Kind abgeholt, bei wem ist es jetzt, wen spreche ich an wegen der Kaffeekasse oder Kindergartenkasse. Dann gibt es noch Freunde und Verwandte aus der ehemaligen Beziehung, Familienangehörige aus der jetzigen Beziehung. Das ist alles eine Herausforderung für die Gesellschaft, aber es kann funktionieren, wenn die Bereitschaft da ist, sich offen auf eine solche Situation einlassen zu können."

Bevor Eltern eine Patchworkfamilie gründen, denken sicher die meisten darüber nach, was dieser Schritt für sie und ihre Kinder im Einzelnen bedeutet. Manche gehen sogar so weit und wohnen probeweise eine Zeit lang zusammen, so wie Frank Nosbers und Nicola Kluftinger. Doch wie immer beim Thema Familie und Partnerschaft gibt es auch hier einen gewaltigen Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Welche Probleme sich tatsächlich im Alltag später auftun, wer welche Verletzungen, Regeln und Gewohnheiten mitbringt, wie Kinder und Erwachsene auf die neuen Familienmitglieder reagieren – das alles kann man unmöglich vorher abklären. Auch Frank und Nicola holen sich trotz Probewohnen mittlerweile Hilfe in der Beratungsstelle. Berin Arukazlan rät vor allem eines: Achtsamkeit.

"Es ist wichtig als Familienmitglied, als Eltern, als Bezugsperson auch achtsam zu sein, den Blick für die Kinder nicht zu verlieren, aber auch für sich selber nicht zu verlieren als Elternteil. Im Gesamtblick kann man schon sagen, dass die Probleme deutlich mehr sind, je mehr Personen dazu kommen. Das können sie aber auch in einer Großfamilie haben, dass da Kinder manipuliert werden. Jedoch ist es halt wichtig, je mehr Leute in eine Familie reinspielen, zu gucken, woher kommen diese eventuellen Störungen und dann ist es wichtig zu gucken, wie gehen wir damit um gemeinsam?"

Von Chaos in der Großfamilie, Streit um unterschiedliche Normen und Regeln hört Berin Arukazlan ständig. Auch erzählen fast alle Eltern, die zu ihr in die Beratung kommen, dass sie das eigene Kind mehr lieben als das des Partners und darunter leiden.

"Diese Wand zu durchbrechen, ist natürlich keine einfache Aufgabe, aber erleichtert umso mehr, wenn man das schafft, wenn man diese Nähe aufbauen kann. Wichtig ist in der Patchworkfamilie, dass ist ein sehr, sehr wichtiger Punkt, dass jeder Anerkennung bekommt für das, wie er ist und was er ist und wer er ist und was für eine Funktion er übernommen hat in der Familie. Das heißt auch Ex-Partner und Halbgeschwister und Vollgeschwister und Stiefgeschwister, dass jeder so eine Daseinsberechtigung hat."

Doch genau das ist die Schwierigkeit, jedem in einer großen zusammen gewürfelten Familie gerecht zu werden.

Zurück zur Patchworkfamilie Nosbers-Kluftinger-Schapers. Nicola liegt mit Lotte im Bett, liest dem kleinen Mädchen vorm Schlafengehen noch ein paar Zeilen vor.

Lotte ist das einzige gemeinsame Kind von Nicola und Frank. Das Bindeglied, das aus den zwei Familien endgültig eine gemacht hat. Das bestätigen alle, Eltern wie Geschwister. Auch der zwölfjährige Anton, der mittlerweile vom Basketball nach Hause gekommen ist, spielt sehr gerne mit seiner kleinen Schwester. Manchmal, so erzählt er, streitet er sogar mit der drei Jahre älteren Jule um sie.

"Das finde ich auch manchmal ein bisschen doof, weil dann will das eine Geschwister Lotte haben und dann will die andere aber die gerade haben. Dann ist praktisch immer so ein kleiner Streit. Aber, so ich glaube so, mit Lotte gibt es noch mehr Verbindungen."

Jule ist auch Lotte-Fan. Während ihre Mutter der kleinen Schwester noch etwas vorliest, sitzt die 15-Jährige auf dem Boden ihres Zimmers, macht Hausaufgaben.

"Ich denke Lotte bringt uns alle ein bisschen zusammen. Lotte ist ja so der mittlere Punkt. Ohne sie wären wir eigentlich keine richtige Familie und ohne sie wären Nick und Anton nicht so richtig meine richtigen Geschwister, fühl’ ich so. Ich glaube schon, dass Lotte so ein bisschen im Mittelpunkt steht, weil eben beide Eltern ihre richtigen Eltern sind und wir da nur so hinten hin hängen, aber das stört mich jetzt nicht und ich glaube, die anderen stört das auch nicht so."
Ihre beiden Stiefbrüder hat Jule genauso gerne wie ihre leibliche Schwester Lea und die Halbschwester Lotte. In der Regel genießt Jule es, dass ihre Familie so groß ist.

"Man kann sich immer irgendwie beschäftigen. Nick ist ja auch 14 und dann können wir zusammen lernen, Anton kann ich helfen und Lea kann mir helfen und jeder kann sich irgendwie helfen. Wir können zusammen spielen und was zusammen machen, man ist nicht alleine und sitzt die ganze Zeit vorm Computer. Ja."

Manchmal, so gibt Jule zu und lacht, ist es aber auch schön, wenn die Jungs nicht da sind, sondern die Woche bei ihrer Mutter verbringen.

"Dann ist es hier nicht so laut, weil die haben immer so laut Musik, dann rennen die nicht so rum. Also es ist schon irgendwie entspannt, mittendrin so in der Woche, dann ist niemand da, dann kann man auch mal was alleine machen, mit Lotte, weil Lotte ist eher bei den Jungs, weil da Action ist."

Im Großen und Ganzen ist Jule mit ihrer Patchworkfamilie zufrieden, so wie die anderen vier Kinder auch. Frank Nosbers und Nicola Kluftinger hätten beide lieber eine normale Kernfamilie. Diesen Wunsch kann man ihnen nicht verdenken. Engagierte berufstätige Eltern von mehreren Kindern, wie die beiden es sind, haben heutzutage bereits genug Arbeit und Verantwortung - auch ohne die zusätzlichen Komplikationen einer Patchworkfamilie.

"Nur mit ein oder zwei Kindern wollte ich nicht, ich wollte eigentlich schon drei Kinder haben. Gut, jetzt sind es halt fünf. Das war schon immer so mein Ziel. Und wenn ich mir das jetzt aussuchen könnte, würde ich dann sagen, eine komplette oder klassische Familie würde ich schon bevorzugen. – Ja, im Grund ist nicht das Ziel Patchwork, Trennung. Da ist ja ganz viel Schmerz und Kampf und Unschönes vorher gewesen. Und das Ideal ist es nicht. Drei Kinder und den tollen Partner, den man nach 20 Jahren immer noch toll findet, ist natürlich schon noch das Ziel eigentlich. Lacht."

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