
"Wir werden uns jetzt um das Land kümmern, bis wir einen sicheren, geordneten und umsichtigen Übergang gewährleisten können", sagte US-Präsident Trump auf einer Pressekonferenz in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida. "Wir werden das Land mit einer Gruppe führen und wir werden sicherstellen, dass es ordentlich geführt wird", blieb Trump vage. Außenminister Rubio werde die Details ausarbeiten. Die USA fürchteten sich nicht davor, Bodentruppen einzusetzen, um die Sicherheit in Venezuela zu gewährleisten, fügte der US-Präsident hinzu.
Wirtschaftliche Interessen der USA im Fokus
Außerdem sollen sich nach Angaben von Trump die großen US-Ölkonzerne in Venezuela engagieren. Die Ölfirmen würden "Milliarden von Dollar" in das südamerikanische Land investieren und die Infrastruktur wieder aufbauen, um das Ölgeschäft anzukurbeln. Auch sollten Menschen in den USA, die durch den venezolanischen Staat enteignet worden seien, entschädigt werden.
Mit den Erlösen aus dem Ölverkauf könnten nach Trumps Worten die Kosten gedeckt werden, die für die USA während einer Übergangsphase anfallen, in der Washington die Führung in Venezuela übernehme. Trump machte zugleich klar, dass das US-Ölembargo gegen Venezuela vorerst bestehen bleibt. Bislang hatte der US-Präsident seine Forderung nach einem Machtwechsel in Venezuela vor allem mit dem Drogenhandel im Land gerechtfertigt und weniger mit wirtschaftlichen Interessen. Der Washington-Korrespondent des Deutschlandfunks, Jasper Barenberg, sagte, Trump habe sehr klar gemacht, dass das Land so auf Kurs gebracht werden solle, dass auch in Zukunft Geschäfte mit den Vereinigten Staaten ermöglicht würden.
Trump sieht Oppositionsführerin Machado nicht an der Spitze Venezuelas
Venezolanische Oppositionelle, aber auch europäische Regierungschefs drängen auf eine geordnete Machtübergabe. Auf die Frage, ob er die venezolanische Oppositionsführerin Machado unterstützen werde, sagte Trump in einem Interview mit Fox News, sie habe nicht die Unterstützung oder den Respekt im eigenen Land für diese Aufgabe. Machado ist eine Unterstützerin Trumps. Venezuelas bisherige Vizepräsidentin Rodriguez, die als neue Staatschefin vereidigt worden sei, wolle mit den USA zusammenarbeiten, erklärte Trump. Ob das stimmt, ist fraglich. Die venezolanische Regierung zeigte sich auch zuletzt kämpferisch.
Experten sehen angestrebte US-Verwaltung skeptisch
Der Sicherheitsexperte Nico Lange, Senior Fellow bei der Münchner Sicherheitskonferenz, sagte im ARD-Fernsehen, mit dem Oppositionspolitiker González könnte der Übergang zu einer neuen, legitimen Regierung geebnet werden, die im Interesse der Menschen in Venezuela sei, die in den vergangenen Jahren "sehr gelitten" hätten. Eine "Fremdregierung der USA" hält der Experte dagegen für "gar keine gute Idee". Dies könnte das Land destabilisieren.
Der Politologe Tobias Lambert erklärte ebenfalls im ARD-Fernsehen, noch seien sowohl die venezolanische Regierung, das Militär und die Verwaltung im Land intakt. Er könne derzeit nicht erkennen, wie Trump einen Regierungswechsel ohne den massiven Einsatz von Bodentruppen erreichen wolle.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert hatten die USA wiederholt versucht, durch Putsche oder direkte militärische Aktionen Regierungswechsel in der Region herbeizuführen. 1983 und 1989 führten Interventionen in Grenada und Panama zu stabilen, pro-amerikanischen Regierungen. Doch es gab auch Fehlschläge, etwa beim Versuch, Fidel Castro 1961 auf Kuba zu stürzen.
Weiterführende Informationen
Über die aktuelle Lage in Venezuela halten wir Sie mit einem Newsblog auf dem Laufenden.
US-Intervention in Venezuela: Trumps Schlag gegen Maduro und die Folgen
Militärschlag gegen Maduro: Trumps Angriff auf Venezuela (Audio)
Maduros Nachfolgerin: Wer ist Delcy Rodríguez?
Diese Nachricht wurde am 04.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






