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Wie weiter nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern?

+++ Kann Merz sich nach den schmerzhaften Verlusten für die CDU im Amt halten? +++ Werden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern jeweils Koalitionen unter Beteiligung von SPD, Linken und Grünen regieren? +++ Was resultiert aus dem starken Abschneiden der AfD? +++ Aktuelle Entwicklungen im Newsblog.

    Ein Bildschirm im Willy-Brandt-Haus zeigt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei seiner Ansprache nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) (dpa / Kay Nietfeld)

    +++ Reichinnek (Linke) zur Wahl in Berlin: "Menschen haben Landes- und Bundesregierung abgewählt"

    Die Co-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Reichinnek, sagte im Deutschlandfunk, die Menschen wollten Veränderung. Sie bekräftigte, dass sich die Linke bei möglichen Koalitionsverhandlungen in Berlin für die Vergesellschaftung von Immobilienunternehmen einsetzen werde. Das könnte bei Sondierungsgesprächen zu einem zentralen Streitpunkt werden. Die Grünen signalisierten Unterstützung für das Vorhaben - die Berliner SPD hielt bisher an ihrer Ablehnung von Vergesellschaftungen fest.

    +++ Der AfD-Vorsitzende Chrupalla hat den Wahlausgang in Mecklenburg-Vorpommern als großen Erfolg für seine Partei bezeichnet.

    Er sagte im Deutschlandfunk , man habe die SPD vom Thron gestoßen. Zudem habe man die CDU "pulverisiert". Die Partei sei hinter ihrer Brandmauer verendet. Bundeskanzler Merz habe darüber hinaus nicht ein einziges Wahlversprechen eingehalten, das fliege ihm nun um die Ohren. Chrupalla räumte ein, dass es für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern trotz des Wahlsiegs wohl keine Regierungsoption gebe. Man werde trotzdem Gespräche anbieten und konstruktiv sein, sagte Chrupalla.

    +++ Rehlinger (SPD): "Land braucht bessere, sozial gerechtere Reformen"

    Vonseiten der SPD kommen Forderungen nach Korrekturen des Reformkurses. Die saarländische Ministerpräsidentin Rehlinger sagte im Deutschlandfunk , die Pläne seien an vielen Stellen einfach Kürzungslisten. Das Land brauche bessere, sozial gerechte Reformen.

    +++ Der AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Holm, hat den Einzug in den Landtag verpasst.

    Holm verlor in seinem Wahlkreis in Schwerin deutlich gegen SPD-Spitzenkandidatin und die derzeitige Ministerpräsidentin Schwesig. Da Holm nicht auf der Landesliste stand, erhält er somit keinen Sitz im neuen Landtag. Ministerpräsident könnte er theoretisch werden, das ist aber aufgrund der fehlenden Regierungsoptionen der AfD unrealistisch. Holm dürfte somit Bundestagsabgeordneter bleiben.

    +++ Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Prien sieht ihre Partei nach dem schlechtesten Wahlergebnis aller Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern vor grundlegenden Veränderungen.

    Die CDU werde Kompromisse eingehen müssen und dürfe nichts mehr versprechen, was nicht zu halten sei, sagte Prien im Deutschlandfunk . Zudem müsse der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Merz die Menschen im Land anders ansprechen. Der aus Mecklenburg-Vorpommern geäußerte Vorwurf der mangelnden Empathie sei durchaus berechtigt. Zugleich betonte Prien, dass die Bundesregierung für Stabilität und schnelle Reformen sorgen müsse.

    +++ Die Grünen-Vorsitzende Brantner hat einen Kurswechsel von der schwarz-roten Bundesregierung gefordert.

    Brantner sagte im Deutschlandfunk , angesichts der deutlichen Stimmverluste könne man nicht einfach weiter so machen wie bisher. An Bundeskanzler Merz gerichtet forderte die Grünen-Politikerin Nachbesserungen bei den geplanten Reformen. Man könne den Menschen in Deutschland keine Reformen zumuten, die de facto nichts verbesserten, sondern bei vielen ausschließlich Kürzungen bedeuteten.

    +++ Angesichts des Wahlsiegs der Linken in Berlin hat der Zentralrat der Juden in Deutschland vor einer Regierung unter Führung der Partei gewarnt.

    Präsident Schuster appellierte an SPD und Grüne, nicht in eine Koalition mit der Linkspartei einzutreten. Er sagte, die Partei sei im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen. Auf Wahlkampfbühnen sei zum Tod israelischer Soldaten und zur Intifada aufgerufen worden, im Publikum habe man dazu getanzt. Die Linke dulde Judenhass in ihren Reihen und habe in dessen Bekämpfung keine Glaubwürdigkeit mehr, sagte Schuster.

    +++ Die Spitzen der Bundesparteien beraten heute über die Konsequenzen der Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

    Unter dem Vorsitz von Parteichef und Bundeskanzler Merz kommen die CDU-Gremien am Vormittag in Berlin zusammen. Im Anschluss will sich Merz den Fragen der Medien stellen. Der CDU-Vorsitzende steht innerparteilich unter Druck. Dieser dürfte nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag in Mecklenburg-Vorpommern noch zunehmen. Merz hatte am Wahlabend erklärt, er wolle als Bundeskanzler am Reformkurs festhalten. Er äußerte sich kurz nach der Veröffentlichung der Prognose um 18 Uhr, was für einen Kanzler nach einer Landtagswahl ungewöhnlich ist.
    Wann die Parteien am Montag vor die Presse treten wollen:
    Die AfD um 10.15 Uhr,
    die SPD um 11.00 Uhr,
    die Linke um 12.45 Uhr,
    die CDU um 13.30 Uhr und
    die Grünen um 14.00 Uhr.
    Hier geht es zu weiteren Einträgen in unserem Newsblog zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
    Diese Nachricht wurde am 21.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.