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Nahost
Wieder Proteste gegen Netanjahu - Gantz droht mit Austritt aus israelischem Kriegskabinett

In Israel eskaliert der Streit innerhalb Regierung über die Zukunft des Gazastreifens.

    Junge Menschen ducken sich von einem Wasserstrahl aus einem Wasserwerfer der Polizei weg. Sie protestieren gegen die israelische Regierung.
    Die israelische Polizei setzt Wasserwerfer ein, um Demonstranten zu vertreiben, die eine Straße in Tel Aviv blockieren. (AP / Leo Correa)
    Der Vorsitzende der Zentrumspartei, Gantz, drohte mit seinem Rücktritt aus dem dreiköpfigen Kriegskabinett, falls Ministerpräsident Netanjahu nicht bis zum 8. Juni einen neuen Plan für eine Nachkriegsordnung vorlegt. Gantz' Partei ist eigentlich in der Opposition, war aber nach dem Terrorangriff der Hamas im Oktober in eine Regierung der nationalen Einheit eingetreten. Gantz forderte die Entmilitarisierung des Gazastreifens und die Einrichtung einer internationalen Verwaltung für zivile Angelegenheiten. Netanjahus rechtsextreme Koalitionspartner wollen dagegen den Gazastreifen besetzen und dort wieder jüdische Siedlungen errichten. Verteidigungsminister Galant, das dritte Mitglied des Kriegskabinetts, hatte am Mittwoch erklärt, er werde zurücktreten, falls dies geschehe.
    Gestern Abend haben in Israel erneut tausende Menschen gegen Ministerpräsident Netanjahu protestiert. Sie warfen ihm vor, die von der Hamas verschleppten Geiseln im Stich gelassen zu haben.
    Diese Nachricht wurde am 19.05.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.