Ein Beitrag von Anke Petermann
Was mir oft begegnet ist ist, dass man hört, "die macht jetzt sowieso nicht weiter". Wenn man ein Kind bekommt glaube andere, man signalisiert, man möchte nicht weitermachen oder man schafft es nicht. Natürlich ist es schwieriger, aber es ist machbar.
Das weiß die Geografin Anne Mense-Stefan aus eigener Erfahrung: ihre Doktorarbeit über den Wasserhaushalt wird gerade fertig. Geholfen dabei hat das Wiedereinstiegsstipendium für Wissenschaftlerinnen in der Forschung. Dieses Stipendium vergeben die Frauenbüros an rheinland-pfälzischen Universitäten als Abschlussförderung für ein Jahr an Wissenschaftlerinnen, die ihre Promotion oder Habilitation wegen Kindererziehung oder Berufstätigkeit maximal fünf Jahre lang unterbrochen haben. Anne Mense-Stefan wollte schon kurz nach der Geburt ihres Sohnes Max wiedereinsteigen und hatte eigentlich geplant, die Doktorarbeit abends – sozusagen nebenbei fertig zu schreiben aber:
Da war meine Vorstellung zu naiv, dass das alles glatt läuft. Im ersten halben Jahr fehlt einem extrem viel Schlaf. Ich habe versucht über Vortrag und Veröffentlichung wieder reinzukommen, hab aber auch gemerkt, wie schwierig das ist. Es stehen einem abends nur wenige Stunden zur Verfügung und man ist nicht wirklich konzentriert.
Anne Mense-Stefan half das Stipendium von 770 Euro monatlich vor allem, Tagesmutter und Krippe zu finanzieren. Für die Sozialwissenschaftlerin Heike Spaderna war es zusätzlich ein kräftiger Motivationsschub.
Auch mit dem Aspekt, dass gesellschaftlich anerkannt wird, dass ich als Mutter dennoch weiter wissenschaftlich tätig bin und meine Doktorarbeit zu Ende machen möchte. Dadurch, das ich im Forschungsinstitut keine volle Stelle hatte, war ich schon von gewissen Karriereschritten abgeschnitten. Ich hatte weniger Zeit und Lehrerfahrung. Als ich auf dieses Stipendium gestoßen bin, war das der Anstoß.
Ob das Stipendium Frauen einen dauerhaften Wiedereinstieg an der Uni verschafft und vielleicht auch einen Karriereschub gibt, kann die Frauenbeauftragte der Universität Mainz nicht sagen, es fehlt die entsprechende Evaluation. Zwischen 1991 und 96 wurden in Rheinland-Pfalz 111 Anträge bewilligt, seit 1997 hat allein die Uni Mainz 34 von 40 Anträgen positiv beschieden, so die dürren Zahlen. Die Realität dahinter: auch nach dem Wiedereinstieg bleibt der Hauptanteil der Familienarbeit an den Frauen hängen, eine stringente Karriereplanung ist oft nicht möglich. Heike Spaderna nimmt’ s gelassen:
Ich werde versuchen, einen Forschungsantrag zu stellen. Wenn das klappen sollte habe ich für mich wieder ein Forschungsprojekt. Eventuell werde ich versuchen, auf anderen Wegen Lehrerfahrung zu sammeln.
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Helen Bicknell hat drei Kinder zwischen 9 und 18 Jahren und nach ihrer Promotion ein klares Ziel: sie will Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Mainz werden:
Das wird nicht einfach sein, weil ich keine glatte Karriere hinter mir habe wie ein Mann.
Trotz der hoffnungsvollen Vision: noch stehen die Karrierechancen für Mütter an deutschen Hochschulen schlechter als im Ausland, meint die Engländerin. Und darauf, dass Frauen nach der Familienphase unter erschwerten Bedingungen wieder einsteigen, wird an der Uni kaum Rücksicht genommen.
Was mir oft begegnet ist ist, dass man hört, "die macht jetzt sowieso nicht weiter". Wenn man ein Kind bekommt glaube andere, man signalisiert, man möchte nicht weitermachen oder man schafft es nicht. Natürlich ist es schwieriger, aber es ist machbar.
Das weiß die Geografin Anne Mense-Stefan aus eigener Erfahrung: ihre Doktorarbeit über den Wasserhaushalt wird gerade fertig. Geholfen dabei hat das Wiedereinstiegsstipendium für Wissenschaftlerinnen in der Forschung. Dieses Stipendium vergeben die Frauenbüros an rheinland-pfälzischen Universitäten als Abschlussförderung für ein Jahr an Wissenschaftlerinnen, die ihre Promotion oder Habilitation wegen Kindererziehung oder Berufstätigkeit maximal fünf Jahre lang unterbrochen haben. Anne Mense-Stefan wollte schon kurz nach der Geburt ihres Sohnes Max wiedereinsteigen und hatte eigentlich geplant, die Doktorarbeit abends – sozusagen nebenbei fertig zu schreiben aber:
Da war meine Vorstellung zu naiv, dass das alles glatt läuft. Im ersten halben Jahr fehlt einem extrem viel Schlaf. Ich habe versucht über Vortrag und Veröffentlichung wieder reinzukommen, hab aber auch gemerkt, wie schwierig das ist. Es stehen einem abends nur wenige Stunden zur Verfügung und man ist nicht wirklich konzentriert.
Anne Mense-Stefan half das Stipendium von 770 Euro monatlich vor allem, Tagesmutter und Krippe zu finanzieren. Für die Sozialwissenschaftlerin Heike Spaderna war es zusätzlich ein kräftiger Motivationsschub.
Auch mit dem Aspekt, dass gesellschaftlich anerkannt wird, dass ich als Mutter dennoch weiter wissenschaftlich tätig bin und meine Doktorarbeit zu Ende machen möchte. Dadurch, das ich im Forschungsinstitut keine volle Stelle hatte, war ich schon von gewissen Karriereschritten abgeschnitten. Ich hatte weniger Zeit und Lehrerfahrung. Als ich auf dieses Stipendium gestoßen bin, war das der Anstoß.
Ob das Stipendium Frauen einen dauerhaften Wiedereinstieg an der Uni verschafft und vielleicht auch einen Karriereschub gibt, kann die Frauenbeauftragte der Universität Mainz nicht sagen, es fehlt die entsprechende Evaluation. Zwischen 1991 und 96 wurden in Rheinland-Pfalz 111 Anträge bewilligt, seit 1997 hat allein die Uni Mainz 34 von 40 Anträgen positiv beschieden, so die dürren Zahlen. Die Realität dahinter: auch nach dem Wiedereinstieg bleibt der Hauptanteil der Familienarbeit an den Frauen hängen, eine stringente Karriereplanung ist oft nicht möglich. Heike Spaderna nimmt’ s gelassen:
Ich werde versuchen, einen Forschungsantrag zu stellen. Wenn das klappen sollte habe ich für mich wieder ein Forschungsprojekt. Eventuell werde ich versuchen, auf anderen Wegen Lehrerfahrung zu sammeln.
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Helen Bicknell hat drei Kinder zwischen 9 und 18 Jahren und nach ihrer Promotion ein klares Ziel: sie will Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Mainz werden:
Das wird nicht einfach sein, weil ich keine glatte Karriere hinter mir habe wie ein Mann.
Trotz der hoffnungsvollen Vision: noch stehen die Karrierechancen für Mütter an deutschen Hochschulen schlechter als im Ausland, meint die Engländerin. Und darauf, dass Frauen nach der Familienphase unter erschwerten Bedingungen wieder einsteigen, wird an der Uni kaum Rücksicht genommen.