Schweizer Autor
Wiedergefundener Abituraufsatz von Max Frisch wird veröffentlicht

Bevor Max Frisch einer der bedeutendsten europäischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts wurde, vernichtete er als junger Mann nahezu alles, was er bis dahin geschrieben hatte. Ein Abituraufsatz aber blieb erhalten. Er ist nach rund 70 Jahren wieder aufgetaucht und wird nun erstmals veröffentlicht.

    Porträt von Max Frisch in schwarz-weiß. Er hat eine Tabakpfeiffe im Mund und trägt eine Brille mit dickem, dunklen Rand. Er hat ein helles Hemd an und trägt eine helle Cordjacke.
    Max Frisch (imago / Leemage / Sophie Bassouls)
    Der Präsident der Max Frisch-Stiftung, Thomas Strässle, spricht von einer kleinen literaturgeschichtlichen Sensation. Der Abituraufsatz für das Fach Deutsch heißt "Licht- und Schattenseiten der modernen Technik". Der 19-jährige Frisch schreibt darin als Fazit: "Vom Standpunkt des Glücks aus beurteilt ist die Technik abzulehnen". Kritik an der Technikgläubigkeit war auch später ein großes Thema im Werk des Schweizer Autors.
    Aufgetaucht war der Text unverhofft wieder, weil ein Mann ihn 2024 dem Max-Frisch-Archiv zuschickte. Er hatte ihn in den 1950er Jahren aus einem Archivschrank an der Schule von Max Frisch mitgehen lassen - um ihn für die Nachwelt zu erhalten, wie er schrieb.
    Diese Nachricht wurde am 27.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.