Nun ist Thomas Christian genug Wiener, um solcher Musik das gewisse Parfum zu verleihen. Manchmal wirkt das Vibrato, mit dem er sich über sein Ensemble in Quartettbesetzung erhebt, ein bisserl penetrant, und manchmal kann es auch nicht so ganz verdecken, daß er's in der extrem hohen Lage mit der Genauigkeit manchmal nicht so ganz genau nimmt. Aber vielleicht wären die Kienzl-Quartette, von einem richtigen Streichquartett gespielt, eher fad. In ihrem Element sind Thomas Christian und seine Mitstreiter beim Finale des Katastrophen-Quartetts op. 99, einem Allegro comodo e leggiero. Da begreift man einen Grundsatz Wiener Philosophie: Die Lage ist hoffnungslos, aber net ernst...
· Musikbeispiel: Wilhelm Kienzl - 4. Satz (Ausschnitt) ‚Allegro comodo e leggiero’ aus: Streichquartett Nr. 2 op. 99
Das war die Neue Platte im Deutschlandfunk. Zum Schluss hörten Sie das Finale aus dem Streichquartett Nr. 2 op. 99 von Wilhelm Kienzl, gespielt vom Thomas Christian Ensemble. Auch diese CD ist bei dem Versandlabel cpo erschienen. Am Mikrofon bedankt sich Norbert Ely für Ihre Aufmerksamkeit.