Archiv

BIP
Wirtschaftsinstitute erwarten Wachstum von 0,3 Prozent

Die führenden Wirtschaftsinstitute in Deutschland rechnen in diesem Jahr mit einem Konjunkturwachstum von 0,3 Prozent. Ein Grund für die optimistischere Sicht als noch im Herbst seien die deutlich rückläufigen Energiepreise, heißt es in der in Berlin vorgelegten gemeinsamen Prognose. Demnach dürfte die Inflation in Deutschland gleichwohl in diesem Jahr bei sechs Prozent liegen.

05.04.2023
    Containerschiffe liegen im Hamburger Hafen
    Auch weniger Lieferengpässe bei Waren tragen laut Experten zu einem erwarteten Konjunkturwachstum bei. (picture alliance / dpa / Markus Scholz)
    "Der konjunkturelle Rückschlag im Winterhalbjahr 2022/2023 dürfte glimpflicher ausgefallen sein als im Herbst befürchtet", erklärte der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Wollmershäuser. Gerechnet wird nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent. Im Herbst hatten die Institute noch mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet.
    Als Konjunkturstütze sehen die Institute die Industrie, die von nachlassenden Lieferengpässen und der günstigeren Energie profitieren dürfte. Die Bauwirtschaft werde dagegen bremsen. "Besonders im Wohnungsbau wird die Nachfrage schwach bleiben, auch weil die Europäische Zentralbank ihren geldpolitischen Kurs weiter straffen wird und damit die Finanzierungskosten ihren Anstieg fortsetzen werden", heißt es zur Begründung. Mit Blick auf den Arbeitsmarkt prognostizieren die Institute, dass die Zahl der Erwerbstätigen weiter zunehmen dürfte, von rund 45,6 Millionen im vergangenen Jahr auf rund 46,0 Millionen im kommenden.

    Inflationsdruck dürfte erst nächstes Jahr sinken

    Die Inflationsrate werde voraussichtlich aber nur langsam zurückgehen von 6,9 Prozent im vergangenen Jahr auf 6,0 Prozent in diesem Jahr. Erst im kommenden Jahr lässt laut Prognose der Inflationsdruck nach. Die Inflationsrate sinke dann auf 2,4 Prozent, vermuten die Wirtschaftsinstitute. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2024 nach der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose um 1,5 Prozent steigen.
    Diese wird von vier Instituten zweimal im Jahr erstellt, im Frühjahr sowie im Herbst. Beteiligt sind das Ifo-Institut, das Kiel Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Essen. Die Gemeinschaftsdiagnose dient der Bundesregierung als Basis für ihre Projektionen, die wiederum die Grundlage für die Steuerschätzung bilden.
    Diese Nachricht wurde am 05.04.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.