Interview der Woche
Wirtschaftsweise Schnitzer begrüßt Gesundheitsreform der Bundesregierung

Die Vorsitzende des Wirtschaftssachverständigenrats, Schnitzer, hat die Reformpläne der Bundesregierung zur gesetzlichen Krankenkasse begrüßt.

    Wirtschaftsweise Monika Schnitzer - Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu Gast bei Maischberger
    Wirtschaftsweise Monika Schnitzer - Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (picture alliance / HMB Media / Uwe Koch)
    Es gebe ein strukturelles Problem bei den Einnahmen, weil die Menschen älter würden und die medizinischen Kosten stiegen, sagte Schnitzer im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Das könne man nur in den Griff bekommen, indem alle in ihren Forderungen ein bisschen nachgäben. Dass sich aktuell alle beschwerten, zeige auch, dass die Reform letztlich alle treffe und damit gelungen sei.
    Kritik äußerte Schnitzer jedoch an der geplanten Kürzung der Bundeszuschüsse für die Gesetzliche Krankenversicherung. Das sei keine glückliche Entscheidung. Momentan würden Bürgergeldempfänger über die gesetzliche Krankenkasse finanziert. Es stelle sich die Frage, warum das die Beitragszahler tun sollten. Für eine solche Gemeinschaftsaufgabe des Staates müsse der Bund die Kosten übernehmen. Auch die Gesetzlichen Krankenkassen kritisierten diesen Punkt. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Baas, sprach von Betrug am Bürger.
    Das Bundeskabinett hatte diese Woche mehrere Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Weg gebracht, unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdiener und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
    Diese Nachricht wurde am 02.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.