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WM 2022
Einbürgerungen sollen chinesischen Fußball voranbringen

China hat sich offenbar vorgenommen, im Fußball einen großen Schritt voranzukommen, und nun zum ersten Mal einen Spieler ohne chinesische Abstammung ins Aufgebot geholt. Der Brasilianer Elkeson heißt nun Ai Kesen und soll China in der WM-Qualifikation helfen. Doch damit ist man noch lange nicht am Ende der Bemühungen.

Von Victoria Reith | 23.08.2019

Elkeson von Guangzhou Evergrande ist jetzt Chinese.
Elkeson von Guangzhou Evergrande ist jetzt Chinese. (www.imago-images.de)
Aus Elkeson wird Ai Kesen. Der 30-Jährige Stürmer ist in Brasilien geboren und spielt seit 2013 in China. Mit Guangzhou Evergrande gewann er drei Meisterschaften in Folge und zwei Mal die asiatische Champions League, später mit Schanghai noch die Superliga. Jetzt steht er im erweiterten Aufgebot Chinas für das WM-Qualifikationsspiel auf den Malediven.
Elkeson wurde eingebürgert, hat dafür seine brasilianische Staatsbürgerschaft zurückgegeben. Er habe offiziell eine neue Reise begonnen. Er sei nun Chinese, sagte der Neuasiate. Und das soll erst der Anfang sein. China will zur WM 2022 nach Katar. Um dieses Ziel zu erreichen, laufe die Einbürgerung von neun Profis, sagte der Verbandspräsident laut chinesischen Staatsmedien. Weitere brasilianische Angreifer, die ihr Geld in der Chinese Super League verdienen, sollen dabei sein sowie ein früherer englischer Juniorennationalspieler.
Chinas italienischer Nationalcoach Marcelo Lippi hatte zuvor betont, er brauche gute Stürmer - echte Schwergewichte. Doch mit dem sportlichen Talent ist es nicht getan. Sie müssen die Hymne beherrschen, und auch die Geschichte der Kommunistischen Partei müssen Anwärter auf die Staatsbürgerschaft in Grundzügen kennen. Ein gewisser Sinn für Patriotismus wird den neuen chinesischen Profis also abverlangt.