Debatte
Wohnungslosenhilfe sieht Alkoholverbot an Bahnhöfen skeptisch - Linke kritisiert "Kontrolle von noch mehr Verboten"

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe befürchtet wegen des angekündigten Alkoholverbots an Bahnhöfen neue Härten für suchtkranke Obdachlose. Der Bahnhof gehöre für viele zu den wenigen witterungsgeschützten und gut zugänglichen öffentlichen Orten.

    Blick auf den Hauptbahnhof in Frankfurt am Main mit Nahverkehrszug und Bahnsteighallen.
    Kein Alkohol mehr auf Bahnsteigen? Pläne der Bahn lösen breite Debatten aus. (picture alliance / imageBROKER / Stefan Ziese)
    Das sagte der Vize-Geschäftsführer Krauß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch der rechtspolitische Sprecher der Linken, Hoß, kritisierte den Schritt. Die Bahn wälze die Verantwortung ab und belaste die Angestellten weiter durch die Kontrolle von noch mehr Verboten, zitierte ihn die Zeitung Die Welt.
    Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Streeck, befürwortete die Pläne. Er sprach in der Rheinischen Post von einem Gewinn für alle. Der Fahrgastverband ProBahn hält die Maßnahme für überfällig, um Übergriffe auf Reisende und Beschäftigte einzudämmen. Verbandsvertreter Schirmer sagte im RBB, unverständlich sei aber, dass der Alkoholkonsum in Zügen nach wie vor erlaubt bleiben solle.
    Bundesinnenminister Dobrindt, CSU, äußerte Zweifel an der Durchsetzbarkeit. Widerspruch kam von der AfD. Deren verkehrspolitischer Sprecher, Wiehle, meinte, bereits geltende Rauchverbote könnten schließlich auch durchgesetzt werden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft rief die Bahn auf, das Personal für die Überwachung bereitzustellen.
    Nach dem Willen der Bahn soll es ab Oktober bundesweit untersagt sein, auf Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen außerhalb der Bahnhofsgastronomie Bier, Wein oder Schnaps zu trinken.
    Diese Nachricht wurde am 22.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.