
Laut einem Bericht der Bild-Zeitung soll eine 65-Jährige versucht haben, das Tier aus einer Einkaufspassage zu befreien. Dabei habe der Wolf sie ins Gesicht gebissen. Ihre Wunde musste genäht werden.
Noch am selben Abend konnten Polizisten den Wolf einfangen; das Tier schwamm in der Binnenalster. Die Beamten brachten den Wolf zunächst in ein Wildtiergehege. Wie es mit ihm weitergeht, ist bislang nicht bekannt.
Möglicherweise Jungtier auf Abwegen
Ob es sich bei dem eingefangenen Tier um jenen Wolf handelt, der am Wochenende unter anderem im Stadtteil Blankenese gesehen worden war, ist laut Polizei noch nicht sicher. Ein Sprecher der Leitstelle sagte, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.
Experten zufolge dürfte es sich um ein Jungtier handeln, das sein bisheriges Rudel zurückgelassen hat. Bei derartigen Abwanderungen legen Wölfe häufig weite Strecken zurück. Dabei könnte der Wolf zu tief in bewohntes Gebiet eingedrungen sein.
Erst vor einer Woche wurde der Wolf ins Jagdgesetz aufgenommen
Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere ab 1998 über Polen nach Deutschland zurück. Heute streifen Wölfe durch die Wälder zahlreicher Bundesländer. Dabei werden immer wieder Schäden von Landwirten gemeldet; zuletzt wurden jährlich tausende Haus- und Weidetiere von Wölfen getötet. In diesem Zusammenhang stimmte der Bundesrat in der vergangenen Woche einer Gesetzesänderung zu, die den Abschuss von Wölfen erleichtern soll. Künftig gilt eine Jagdzeit von Juli bis Oktober.
Laut Bundesamt für Naturschutz wurde seit der Wiederansiedlung noch kein Fall registriert, bei dem Menschen zu Schaden kamen. Auch wenn Wölfe zuletzt häufiger in bewohnten Gebieten auftauchten, gelten die Raubtiere als menschenscheu und flüchten bei Sichtkontakt meist unmittelbar.
Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
