Moskauer Filmwoche
Woody Allen verteidigt Online-Auftritt gegen Kritik aus der Ukraine

US-Filmregisseur Woody Allen hat seinen Videoauftritt beim Moskauer Filmfestival gegen Kritik aus der Ukraine verteidigt. Er sei der festen Überzeugung, dass Russlands Präsident Putin völlig im Unrecht sei, sagte der 89-Jährige dem Sender CNN.

    Woody Allen lehnt sich an eine Wand in der Ecke eines Zimmers. Die Wand hat eine beige Farbe mit weißen, horizontalen Streifen.
    Der Filmemacher Woody Allen (Archivbild aus dem Jahr 2019, ein aktuelles Bild von der fraglichen Videoschalte lag zunächst nicht vor) (dpa / MAXPPP / Arnaud Journois)
    Der Krieg gegen die Ukraine sei entsetzlich. Aber ganz gleich, was Politiker getan hätten, halte er es nie für den richtigen Weg, den künstlerischen Dialog abzubrechen. Woody Allen war am Sonntag im Rahmen des Moskauer Filmfestivals per Video zugeschaltet worden, um einen Vortrag zu halten. Die Veranstaltung wurde vom kremlnahen Regisseur und Schauspieler Fjodor Bondartschuk moderiert. Dieser ist wegen seiner Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit westlichen Sanktionen belegt worden. 

    Kontroverse um Bondartschuk

    Medienberichten zufolge äußerte Allen während des Gesprächs seine Bewunderung für Bondartschuks Vater, den Regisseur Sergej Bondartschuk. Außerdem soll er unter anderem gesagt haben: "Mir hat russisches Kino immer gefallen". Politisch äußerte sich der 89-Jährige demnach nicht. Der Frage, ob er in Russland drehen wolle, sei er vielmehr ausgewichen.

    "Schande und Beleidigung für Opfer"

    Das ukrainische Außenministerium hatte Allens Auftritt kritisiert. Dieser sei eine Schande und eine Beleidigung für die Opfer unter ukrainischen Schauspielern und Filmschaffenden, die von russischen Truppen getötet oder verletzt worden seien.
    Allen habe bewusst die Augen vor den Gräueltaten verschlossen, die Russland seit 2014 täglich in der Ukraine verübe. Die Kultur dürfe nicht für die "Reinwaschung" von Verbrechen oder als "Propagandainstrument" dienen, hatte es in der Mitteilung weiter geheißen..
    Diese Nachricht wurde am 27.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.