Wortspiel - Mozarts 9. KlaviersonateHinein in den Schmerz

Die existenzielle Erfahrung von Tod, Verlust und Verzweiflung hat Wolfgang Amadeus Mozart in seine a-Moll-Sonate, KV 310, gelegt. Die Pianistin Sophie Pacini erläutert im Gespräch und am Flügel, wie Mozart kompositorisch gearbeitet hat. Eine Reise ins Leiden der Seele.

Am Mikrofon: Christoph Schmitz | 10.02.2021

Eine Pianistin und ein Moderator sitzen an einem Flügel in einem Konzertsaal und sprechen miteinander.
Sophie Pacini gibt im Gespräch und am Flügel des Deutschlandfunk Kammermusiksaals Einblicke in Mozarts Psyche. (Deutschlandradio)
Für seine knapp 20 Klaviersonaten hat Mozart fast immer die helleren Dur-Tonarten gewählt, nur zweimal musste es das dunklere Moll sein; und seine a-Moll-Sonate, die Nummer 9, ist die dunkelste von allen. Das hat seine Gründe: Misserfolge beim Publikum, aber vor allem der Tod seiner Mutter. Mozart war gerade während einer Europatournee in Paris, wo seine Mutter Anna Maria verstarb. Die Musik klingt im ersten Satz wie ein Verzweiflungsschrei, als bäume Mozart sich auf, als versinke er in tiefer Resignation. Wie besessen wirkt der dritte Satz, gehetzt und zerrissen. Nur der Zweite findet zu einer besonderen, fast himmlischen Ruhe. Mit welchen Mitteln Mozart all diese Empfindungen in Klänge bringt, erläutert Sophie Pacini im Gespräch am Flügel im Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Im zweiten Teil der Sendung spielt die Pianistin die Sonate am Stück. In einer Koproduktion mit dem Deutschlandfunk und dem Label avenir hat Sophie Pacini Mozarts a-Moll-Sonate zusammen mit der a-Moll-Sonate, D 784, von Franz Schubert und anderen Werken unter dem Titel "Rimbembranza" auf CD eingespielt.