Archäologie
Wrack des größten mittelalterlichen Handelsschiffs entdeckt

In der Meerenge vor Kopenhagen wurde das Wrack der bislang größten bekannten Kogge aus dem Mittelalter entdeckt. Das rund 600 Jahre alte Handelsschiff lag unter Sand und Schlick verborgen. Es wurde zufällig gefunden, bei Untersuchungen für eine geplante künstliche Halbinsel.

    Taucher am mittelalterlichen Schiff vor Kopenhagen.
    In der Meerenge vor Kopenhagen wurde das Wrack der bislang größten bekannten Kogge aus dem Mittelalter entdeckt. (Andreas G Binder)
    Das Schiff wurde nach dem Fundort, dem Kanal bei Kopenhagen, "Svaelget 2" genannt. Die Kogge ist etwa 28 Meter lang, neun Meter breit und konnte schätzungsweise 300 Tonnen Ladung transportieren – damit war sie ein echtes "Superschiff" ihrer Zeit. Holzanalysen zeigen, dass sie um das Jahr 1410 gebaut wurde, vermutlich in den Niederlanden, mit Eichenholz aus verschiedenen Regionen Europas.
    Der Fund ist für die Archäologie besonders wertvoll, weil Teile des Schiffs außergewöhnlich gut erhalten sind. Zum ersten Mal konnten Forschende so auch Reste eines hölzernen Heckkastells nachweisen, also eines turmartigen Aufbaus am hinteren Ende des Schiffs. Bisher war das nur aus Zeichnungen bekannt.
    An Bord wurde auch eine gemauerte Bordküche gefunden – ein Hinweis darauf, dass es bei diesen mittelalterlichen Handelsschiffen schon etwas mehr Komfort für die Besatzung gab.
    Was das Schiff geladen hatte, bleibt aber offen. Vom eigentlichen Frachtgut hat das Team keine Spuren gefunden. Vermutlich sind Fässer und Bündel beim Untergang davongeschwommen, weil der Laderaum nicht abgedeckt war.
    Diese Nachricht wurde am 16.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.