
Der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an Barbara Honigmann, wie die Stadt mitteilte. Die 75-jährige stammt aus einer jüdischen Familie und wuchs in der DDR auf. Barbara Honigmann erforsche in ihren Romanen jüdische Familienkonstrukte, die von historischen Umständen und der daraus entstehenden Zerrissenheit geprägt seien. Ihre Romane seien schonungslos, ehrlich und geprägt von einem feinen Gespür für tiefsinnigen Humor, heißt es in der Begründung der Jury.
Den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis erhält die Ukrainerin Marianna Kijanowska für ihren Gedichtband "Babyn Jar. Stimmen". Kijanowska habe die "titanenhafte Aufgabe" auf sich genommen, um die jüdische Bevölkerung ihres Landes zu trauern, erklärte die Jury. Durch ihre Dichtung spreche die jüdische Bevölkerung Kiews, die 1941 beim Massaker in Babyn Jar ermordet wurde.
Jehuda Amichai war einer der bedeutendsten jüdischen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1924 als Ludwig Pfeuffer in Würzburg geboren und wanderte mit seiner Familie Mitte der 30er Jahre wegen der Bedrohung durch die Nationalsozialisten nach Palästina aus. Amichai starb im Jahr 2000 in Jerusalem.
Übergeben wird der Preis am 6. Oktober.
Diese Nachricht wurde am 20.09.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.