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StartseiteWissenschaft im BrennpunktMit dem Feind unter einer Haut26.01.2014

WurmtherapieMit dem Feind unter einer Haut

Band-, Rund- oder Hakenwürmer sind heutzutage aus dem Alltag von Menschen in Industrienationen so gut wie verschwunden. Doch an die Stelle von Wurminfektionen sind Autoimmunerkrankungen und Allergien getreten. Ein Zufall? Möglicherweise nicht.

Von Christine Westerhaus

Schon etwa seit den 90er Jahren vermuten Forscher, dass das Immunsystem von immer mehr Menschen verrückt spielt, weil wir zu sauber leben und zu wenig Kontakt zu Parasiten haben. Seitdem weht der  Geist dieser „Hygienehypothese“ immer wieder durch die wissenschaftliche Literatur und hat bereits einige verzweifelte Allergiker zu Selbstversuchen inspiriert: Sie infizierten sich freiwillig mit Hakenwürmern oder anderen Parasiten, um ihr Immunsystem umzupolen, nehmen dafür sogar starke Nebenwirkungen und lange Reisen in Kauf. 

Wissenschaftlich belegt ist die Heilkraft des Wurms bisher nicht. Doch das sollen mehrere klinische Studien nun ändern: Seit 2011 schlucken mehrere Hundert Menschen in den USA und Europa freiwillig Wurmeier, um endlich zu klären, ob Parasiten die Abwehr immunkranker Menschen tatsächlich besänftigen können.

 

Manuskript zur Sendung

Mit dem Feind unter einer Haut

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