Holocaust-Gedenkstätte
Yad Vashem errichtet Außenstelle in München – erstes Bildungszentrum außerhalb Israels soll entstehen

Die erste ausländische Zweigstelle der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll in München entstehen. Wie Yad Vashem mitteilte, soll das Bildungszentrum innerhalb von drei Jahren eröffnen. In Leipzig soll zudem eine Außenstelle vor allem für Pädagogen und Pädagoginnen geschaffen werden.

    Das Bild zeigt Besucher in der Halle der Namen in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Über ihnen schwebt ein Trichter mit Fotos von ermordeten Juden.
    Besucher in der Halle der Namen in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Über ihnen schwebt ein Trichter mit Bildern von ermordeten Juden. (picture alliance / newscom / DEBBIE HILL)
    Die Idee für eine Zweigstelle in Deutschland geht auf ein Treffen des Vorstandsvorsitzenden von Yad Vashem, Dayan, mit dem damaligen Bundeskanzler Scholz im Jahr 2023 zurück. Als mögliche Standorte für die Einrichtung hatten weitere Städte in Bayern sowie in Nordrhein-Westfalen und Sachsen zur Auswahl gestanden. Yad Vashem will seine langjährige Bildungspartnerschaft mit Nordrhein-Westfalen ausbauen. Gemeinsam solle das Bildungszentrum zu einem bundesweiten Kooperationsmodell ausgebaut werden, hieß es.
    Dayan sagte, da man sich immer weiter von der Ära der Zeitzeugenberichte entferne, sei eine historisch fundierte Holocaust-Bildung wichtiger denn je. Die Wahl Münchens, der Geburtsstätte der NSDAP, habe eine tiefe symbolische Bedeutung und spiegele wider, wie wichtig es sei, sich dieser Geschichte dort zu stellen, wo sie ihren Anfang genommen habe. Unter dem NS-Regime wurden schätzungsweise sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet.
    Diese Nachricht wurde am 28.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.