
Der Anteil der alleinerziehenden Väter liegt bei 15,6 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um 4,5 Prozentpunkte verglichen mit 2015. Insgesamt 16,8 Prozent aller Minderjährigen in Deutschland leben mit nur einem Elternteil zusammen.
Die Gründe für den leichten Rückgang können vielfältig sein. Zum Beispiel sinken die Scheidungsraten. Darüber hinaus bleiben Kinder nach Trennungen seltener bei nur einem Elternteil, sondern pendeln nach dem Wechselmodell (Doppelresidenz) zwischen Vätern und Müttern. Auch der demografische Wandel spielt eine Rolle. Die Gesamtzahl der Familien in Deutschland geht seit Jahren zurück.
Weniger staatlicher Unterhaltsvorschuss, wenn Elternteile nach Trennung nicht für ihre Kinder zahlen?
Bundesfamilienministerin Prien (CDU) erwägt derzeit, den Unterhaltsvorschuss im Zuge von Sparmaßnahmen zu reformieren. Prien sagte im Deutschlandfunk Kultur, es bestehe ein dramatisches Haushaltsproblem. Zudem hätten sich die Kosten für den Unterhaltsvorschuss seit 2017 vervierfacht. Die Streichung des Vorschusses für 17- und 18-Jährige sei eine Vereinbarung von Bund und Ländern, und ein ausdrücklicher Wunsch der kommunalen Spitzenverbände.
Aktuell muss der Unterhaltsvorschuss für Kinder bis 18 Jahre gezahlt werden. Künftig soll das nur noch für Kinder unter 16 Jahre der Fall sein. Betroffen von dieser Reform wären 21,2 Prozent der Alleinerziehendenfamilien.
Höheres Armutsrisiko für Alleinerziehende
Familien mit nur einem Elternteil haben ein deutlich höheres Armutsrisiko. Die Gefährdungsquote ist mehr als doppelt so hoch wie die von Menschen in Paarhaushalten mit Kindern.
Diese Nachricht wurde am 23.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
