Proteste gegen das Regime
Zahl der getöteten Demonstranten im Iran steigt laut Aktivisten auf mehr als 100

Im Iran ist die Zahl der von Sicherheitskräften getöteten Demonstranten laut Angaben von Aktivisten auf mehr als 100 gestiegen. Die in den USA ansässige Organisation "HRANA" spricht von 116 Todesopfern und bislang 2.600 Verhaftungen.

    Hell loderndes Feuer vor einem weißen Gebäude.
    Demonstranten in Teheran haben eine Polizeistation in Brand gesetzt. (IMAGO / ZUMA Press Wire / IMAGO / Social Media)
    Aus dem Land wurden am Abend neue Proteste von Regimegegnern gemeldet. Videos in Sozialen Medien zeigen große Menschenansammlungen in der Hauptstadt Teheran sowie etwa in den Städten Rascht, Täbris und Schiras. Die Echtheit der Videos ließ sich nur teilweise überprüfen. Wegen der seit Tagen andauernden Sperre des Internets dringen nur wenige Informationen aus dem Land nach außen.
    Die iranische Führung hatte Demonstranten mit harten Repressalien gedroht. Der Generalstaatsanwalt sagte im Staatsfernsehen, jeder, der an Protesten teilnehme, könne als "Feind Gottes" angesehen werden. Im Iran kann dies die Todesstrafe bedeuten.
    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, sie verurteile die gewaltsame Unterdrückung der legitimen Demonstrationen auf das Schärfste. Sie verlangte die sofortige Freilassung aller festgenommenen Demonstranten und die vollständige Wiederherstellung des Internetzugangs in dem Land.
    Diese Nachricht wurde am 11.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.