
Der Bundesverband der Recherche- und Meldestellen Antisemitismus hat für 2022 2480 Fälle erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein leichter Rückgang - allerdings habe es neun Fälle extremer Gewalt gegeben, das sei ein Höchststand. Weiter hieß es, im vergangenen Jahr habe jeder fünfte antisemitische Vorfall einen verschwörungsideologischen Hintergrund gehabt. Der Vorstand des Bundesverbandes, Steinitz, wies auf die anhaltend hohe Gefährdung von Jüdinnen und Juden insbesondere durch islamistische und rechtsextreme Akteure hin. Er beklagte Sicherheitsdefizite für Jüdische Gemeinden, die umgehend von den Bundesländern behoben werden müssten. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Klein, erklärte, die Betroffenen würden bei ihren normalen Aktivitäten mit Judenhass konfrontiert, sei es bei der Arbeit, im öffentlichen Nahverkehr, im Supermarkt oder im Theater.
Diese Nachricht wurde am 27.06.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
