
Mit der Kraft und der Energie der Beschäftigten werde es gelingen, ein Bollwerk gegen Rückfälle in die Anfangszeiten des Kapitalismus zu bleiben. Die DGB-Chefin lehnte insbesondere eine Abschaffung des Acht-Stunden-Tags und Kürzungen der gesetzlichen Altersversorgung ab. Wer das Sicherungsniveau der Rente angreife, der provoziere einen gesellschaftlichen Großkonflikt, sagte sie. Zudem warnte sie vor Einschränkungen der Gesundheitsversorgung durch die Reform der gesetzlichen Krankenkassen.
Die DGB-Vizechefin Hannack rief in Helmstedt Bund und Länder zu mehr Bildungsgerechtigkeit auf. In Deutschland hingen Bildungschancen noch immer zu stark von der Herkunft ab. Dies habe Auswirkungen bis ins Erwerbsleben.
Klingbeil: SPD bleibt Stimme der Arbeitnehmer
Auch Politiker unterschiedlicher Parteien traten als Redner bei den Gewerkschaftsveranstaltungen auf. SPD-Chef und Vizekanzler Klingbeil wandte sich in Bergkamen im Ruhrgebiet gegen Überlegungen, den Feiertag am 1. Mai abzuschaffen. Zugleich versprach er, die SPD werde in der schwarz-roten Koalition die Stimme der Arbeitnehmer bleiben. Er bekräftigte die Forderung der SPD nach höheren Steuern für Spitzenverdiener.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wüst sprach sich bei einer Kundgebung in Mülheim an der Ruhr für ein Bündnis aus Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik aus. Was dem im Wege stehe, sei allerdings der Umgang miteinander, sagte der CDU-Politiker. Es werde zu viel übereinander geschimpft.
Neben Gewerkschafts-Veranstaltungen gibt es zahlreiche weitere Demonstrationen, in Berlin zum Beispiel die sogenannte "Revolutionäre 1. Mai-Demo". Die Berliner Polizei bereitet sich mit mehr als 5.000 Kräften auf einen Einsatz vor. Man rechne aber nicht mit größeren Störungen und Zwischenfällen, sagte ein Sprecher.
Der 1. Mai in Berlin (Audio)
Diese Nachricht wurde am 01.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
