Tag der Arbeit
Zahlreiche Kundgebungen - Fahimi: "Ihr müsst kampfbereit bleiben"

Die Gewerkschaften haben am heutigen Tag der Arbeit Widerstand gegen mögliche Einschnitte bei Rente, Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen angekündigt. Auf der zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Nürnberg rief die Vorsitzende Fahimi die Arbeitnehmer auf, kampfbereit zu sein.

    Ein Demonstrationszug mit dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" zieht mit DGB-Chefin Yasmin Fahimi durch Nürnberg.
    Ein Demonstrationszug mit dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" zieht mit DGB-Chefin Yasmin Fahimi durch Nürnberg. (Pia Bayer / dpa)
    Mit der Kraft und der Energie der Beschäftigten werde es gelingen, ein Bollwerk gegen Rückfälle in die Anfangszeiten des Kapitalismus zu bleiben. Die DGB-Chefin lehnte insbesondere eine Abschaffung des Acht-Stunden-Tags und Kürzungen der gesetzlichen Altersversorgung ab. Wer das Sicherungsniveau der Rente angreife, der provoziere einen gesellschaftlichen Großkonflikt, sagte sie. Zudem warnte sie vor Einschränkungen der Gesundheitsversorgung durch die Reform der gesetzlichen Krankenkassen.
    Die DGB-Vizechefin Hannack rief in Helmstedt Bund und Länder zu mehr Bildungsgerechtigkeit auf. In Deutschland hingen Bildungschancen noch immer zu stark von der Herkunft ab. Dies habe Auswirkungen bis ins Erwerbsleben.

    Klingbeil: SPD bleibt Stimme der Arbeitnehmer

    Auch Politiker unterschiedlicher Parteien traten als Redner bei den Gewerkschaftsveranstaltungen auf. SPD-Chef und Vizekanzler Klingbeil wandte sich in Bergkamen im Ruhrgebiet gegen Überlegungen, den Feiertag am 1. Mai abzuschaffen. Zugleich versprach er, die SPD werde in der schwarz-roten Koalition die Stimme der Arbeitnehmer bleiben. Er bekräftigte die Forderung der SPD nach höheren Steuern für Spitzenverdiener.
    Bundesarbeitministerin Bas versprach auf einer Kundgebung in Duisburg, den Sozialstaat zu verteidigen. Es gebe immer mehr Angriffe auf die Errungenschaften der Arbeiterbewegung, sagte die SPD-Chefin. So werde der Sozialstaat als Problem oder als verzichtbar dargestellt. Das halte sie für zynisch und menschenverachtend.
    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wüst sprach sich bei einer Kundgebung in Mülheim an der Ruhr für ein Bündnis aus Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik aus. Was dem im Wege stehe, sei allerdings der Umgang miteinander, sagte der CDU-Politiker. Es werde zu viel übereinander geschimpft.
    Die mehr als 400 Veranstaltungen der Gewerkschaften standen unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Nach Angaben des DGB beteiligten sich mehr als 360.000 Menschen an den Aktionen.

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    Diese Nachricht wurde am 01.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.