
Die kritisierte Stelle in einer Anmoderation zu einem Beitrag aus der Sendung "ZDF heute live" sei entfernt worden, erklärte das ZDF. Der US-Unternehmer hatte den Sender zuvor über eine deutsche Anwaltskanzlei abmahnen lassen. In einer früheren Stellungnahme war auf der Internetseite des Senders erklärt worden, die umstrittene Formulierung sei "unpräzise und deshalb missverständlich" gewesen. Der Beitrag war noch bis vor kurzem weiterhin abrufbar.
DJV warnte vor Einschüchterungsversuchen
Der Deutsche Journalisten-Verband hatte das ZDF aufgerufen, sich von dem - Zitat - "Theaterdonner" nicht beeinflussen zu lassen. Musk habe wie jeder das Recht, sich gegen journalistische Berichterstattung zu wehren, wenn sie fehlerhaft sei, teilte der DJV dem Deutschlandfunk mit. Das emotionale Feuerwerk, das er gleichzeitig abschieße, zeige nur, dass er auf kritische Berichterstattung mit Klagen reagiere. Offenbar wolle Musk in die Fußstapfen von US-Präsident Trump treten. Der DJV fügte hinzu, schlimm sei, dass Musk dabei Rückendeckung vom früheren BILD-Chefredakteur, Reichelt, bekomme.
Hintergrund waren die Krawalle in Belfast
Reichelt wirkt inzwischen für die vielfach als rechtspopulistisch kritisierte Internetplattform Nius. Er nannte das ZDF eine "Festung der Lügen". Musk antwortete auf den Beitrag mit der Ankündigung seiner rechtlichen Schritte. Trump geht immer wieder rechtlich gegen ihm unliebsame Medien vor. Die britische Rundfunkanstalt BBC verklagte er zuletzt auf insgesamt zehn Milliarden US-Dollar. Auch gegen die "New York Times" reichte Trump bereits mehrfach Klagen ein.
In dem beanstandeten ZDF-Beitrag ging es um die jüngsten Krawalle in Nordirland. Musk hatte auf seiner Online-Plattform X einen Protestaufruf des britischen Rechtsextremisten Robinson geteilt. In der Anmoderation zu dem Beitrag hieß es, Robinson und Musk hätten - Zitat - zur "Jagd auf Migranten" aufgerufen. Diese explizite Formulierung hat es so nicht gegeben. Musk verbreitete Robinsons Beitrag mit den Worten weiter: "Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern." Robinson selbst hatte formuliert, das gesamte Vereinigte Königreich gehe heute Abend um 19 Uhr auf die Straße, nachdem "unser Volk" erneut von "Eindringlingen" angegriffen worden sei.
Brutaler Messerangriff eines Sudanesen
Den Protestaufrufen war der brutale Messerangriff eines Sudanesen vorausgegangen. Videoaufnahmen der Tat wurden mit der Einordnung verbreitet, der Angreifer habe versucht, sein Opfer zu enthaupten.
Diese Nachricht wurde am 17.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
