
Die Opfer sind nach Angaben der israelischen Armee Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren, 19 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden. Die Raketen kamen aus dem Libanon. Israel gab der militant-islamistischen Hisbollah die Schuld an dem Vorfall. Dagegen erklärte ein hochrangiger Vertreter der Miliz umgehend, man habe mit dem Angriff nichts zu tun. Die Volkgruppe der Drusen lebt als religiöse Minderheit im Norden Israels, in Syrien, sowie im Südlibanon. Viele der im besetzten Golan lebenden Drusen sehen sich weiter als Staatsbürger Syriens.
Israel kündigt Reaktion an
Es handelt sich um den schwersten Zwischenfall seit Monaten an Israels Nordgrenze. In der Folge wächst bereits die Sorge vor einer Eskalation. Israels Außenminister Katz erklärt dem Nachrichtenportal Axios zufolge, man nähere sich dem Moment eines umfassenden Kriegs gegen die Hisbollah und den Libanon. Das Militär kündigte Vergeltung an. Man bereite bereits eine Antwort gegen die Hisbollah vor. Derweil bemühte sich die UNO-Friedenstruppe im Libanon um Deeskalation. Ihr Kommandant stehe wegen des Vorfalls im Kontakt mit libanesischen und israelischen Stellen, hieß es. Auch aus Beirut kommen Appelle zu Beruhigung der angespannten Lage. Die libanesische Regierung teilte mit, sie verurteile Angriffe auf Zivilisten. Zugleich rufe sie zu einer Beendigung der Feindseligkeiten an allen Fronten auf.
Erst am Freitagabend hatte die israelische Armee der Miliz wegen des seit Monaten anhaltenden Beschusses mit einer Ausweitung des Kampfes gedroht. Generalmajor Gordin erklärte, die Truppen bereiteten sich auf einen „Übergang zur Offensive“ vor. Wenn solch ein Moment komme, werde es sich um eine „entscheidende Offensive“ handeln. Weiter hieß es, die Armee habe an der Nordgrenze zum Libanon bislang tausende Ziele zerstört und über 500 Terroristen getötet.
Sorge vor Mehr-Fronten-Krieg
Seit Ausbruch des Gaza-Krieges kommt es immer wieder zu Beschuss durch die Hisbollah, die vom Süden des Libanon aus operiert und durch das iranische Regime unterstützt wird. Als Reaktion greift die israelische Armee Stellungen der militanten Islamisten an. Dies hatte zunehmend die Sorge geschürt, die Offensive im Gazastreifen gegen die Terrororganisation Hamas könne sich zu einem Zwei-Fronten-Krieg auch im Norden ausweiten.
Daneben führte Israel zuletzt auch einen Vergeltungs-Angriff auf die ebenfalls vom Iran unterstützten Huthi-Islamisten im Jemen durch. Diese hatten zuvor eine tödliche Drohnen-Attacke auf Tel Aviv geflogen.
Diese Nachricht wurde am 27.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.