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Russlands Krieg gegen die Ukraine
Zehntausende Menschen nach Staudamm-Zerstörung evakuiert

Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der südlichen Ukraine wird die Evakuierung Zehntausender Anwohner fortgesetzt. Ukrainische Behörden sprechen von rund 17.000 Menschen auf dem von Kiew kontrollierten rechten Ufer des Flusses Dnipro.

06.06.2023
    Die Grafik zeigt die Gebiete, die durch die Zerstörung des Kachowka-Staudamms von Überschwemmungen betroffen sind.
    Überflutungen am Dnipro (dpa / dpa-infografik GmbH)
    Auf der von Russland besetzten gegenüberliegenden Seite sollen weitere 25.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Nach Angaben der von den Besatzern eingesetzten Lokalverwaltung steht die Stadt Oleschky in der Region Cherson komplett unter Wasser.
    Seit einer Explosion am frühen Morgen treten große Wassermengen aus dem Stausee aus. Das Wasserkraftwerk wurde nach Angaben des ukrainischen Betreibers vollständig zerstört. Die Ukraine und Russland beschuldigen sich gegenseitig, den Staudamm gesprengt zu haben. Bundesaußenministerin Baerbock sprach auf ihrer Brasilien-Reise von einer menschengemachten Umweltkatastrophe, für die allein der - Zitat - "verbrecherische Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine" verantwortlich sei. Am Abend kommt der UNO-Sicherheitsrat in New York zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Der ukrainische Präsident Selenskyj wollte sich per Video dazuschalten lassen.
    Diese Nachricht wurde am 06.06.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.