Spanische Exklave
Zehntausende Migranten haben Ceuta wieder verlassen - Debatte in der EU über Migrationspolitik hält an

In der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat sich die Lage offenbar wieder entspannt. Die meisten der rund 50.000 Migranten sind wieder nach Marokko zurückgekehrt. Spaniens Regierungschef Sanchez forderte eine Sondersitzung der EU auf Ministerebene.

    Soldaten der spanischen Armee und Beamte der Guardia Civil stehen Wache, während Migranten aus der spanischen Exklave Ceuta nach Marokko zurückkehren.
    Nach dem Massenansturm auf Ceuta, die spanische Exklave, in Nordafrika, sind die meisten Migranten wieder nach Marokko zurückgekehrt. (Antonio Sempere / AP / dpa / Antonio Sempere)
    Nach Angaben der Regierung in Madrid kehrten nahe zu alle Menschen nach Marokko zurück. Nur einige hundert befänden sich nach in Ceuta. EU-Migrationskommissar Brunner erklärte, keine einzige Person habe die Grenze zum europäischen Festland überschritten. Etwa 50.000 Menschen hatten Ceuta in den vergangenen Tagen zumeist schwimmend von Marokko aus erreicht. Behörden zufolge stieg die Zahl der Todesopfer auf 67.
    Die Ereignisse haben eine neue Debatte über den Schutz der EU-Außengrenzen und eine konsequentere Rückführung von Migranten ausgelöst. Italien setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien aus. Frankreich verstärkte die Grenzkontrollen zum Nachbarland. Experten der EU-Mitglieder beraten heute über die Lage. Spaniens Regierungschef Sánchez forderte eine Sondersitzung auf Ministerebene.
    Der CDU-Innenpolitiker Seif forderte eine grundsätzliche Debatte über den Umgang mit Migration in der EU. Seif sagte im Deutschlandfunk, das europäische Asylsystem sei dysfunktional. Der Vorfall in Ceuta zeige, dass vor allem Menschen angezogen würden, die keinen erkennbaren Schutzanspruch hätten.
    Diese Nachricht wurde am 01.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.