Bundeswehr
Zehntausende Schülerinnen und Schüler demonstrieren gegen Wehrdienst

In vielen deutschen Städten hat es wieder Proteste gegen den neuen Wehrdienst gegeben. In Berlin gingen mehrere tausend Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Demonstrationen gab es unter anderem auch in München, Stuttgart, Bonn und Düsseldorf.

    Auf dem Neuen Markt beginnt eine Demonstration gegen die Wehrpflicht, auf einem Transparent steht "Kein Werben fürs Sterben". Schüler, Eltern und Initiativen gehen beim bundesweiten Schulstreik gegen Wehrpflicht auf die Straße.
    Bundesweiter Schulstreik gegen Wehrpflicht - Rostock (picture alliance / dpa / Bernd Wüstneck)
    Die Veranstalter sprechen von bundesweit rund 50.000 Teilnehmern, darunter auch Eltern und Lehrkräfte. Zu den Protesten aufgerufen hatte die Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht", zusammen mit mehreren Gewerkschaften, Organisationen und Parteien.
    Hintergrund ist das neue Gesetz zum Wehrdienst, das seit Anfang des Jahres gilt. Es sieht eine verpflichtende Musterung für junge Männer vor, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden. Der Wehrdienst selbst bleibt freiwillig, solange sich genügend Rekruten finden. Falls nicht, steht eine Reaktivierung der Wehrpflicht im Raum, die seit 2011 ausgesetzt ist. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele.
    Aus Sicht der Bundesschülerkonferenz fühlen sich viele Jugendliche beim Thema Wehrdienst übergangen. Die Entscheidung sei von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit jungen Menschen zu sprechen, kritisierte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Kirchhoff, im ZDF-"Morgenmagazin". Schon im Dezember hatten deswegen deutschlandweit tausende Schülerinnen und Schüler gegen die Reform protestiert.
    Der Pressesprecher der Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht", Kramer, sagte im Deutschlandfunk, man wolle verhindern, dass das Land in eine - wie er es nannte - "Militarisierungsspirale" gerate. Der neue Wehrdienst sei der erste Schritt hin zu einer Wehrpflicht. Was in Deutschland geschehe, sei nach seinem Dafürhalten die Vorbereitung auf einen größeren Konflikt oder Krieg. Seine Initiative fordere andere, friedliche Lösungen.
    Diese Nachricht wurde am 05.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.