ZEIT-Forum Wissenschaft
101. ZEIT Forum Wissenschaft
America first, Europa allein? Szenarien einer neuen Weltordnung
Gesprächsgäste:
Annika Brockschmidt, Journalistin und Autorin
Jana Puglierin, Politikwissenschaftlerin und Leiterin European Council on Foreign Relations
Sören Urbansky, Historiker
Am Mikrofon: Ralf Krauter, Redakteur „Forschung aktuell“, Deutschlandfunk und Anna-Lena Scholz, DIE ZEIT
Kaum ein anderes Land hat Deutschland und Europa in den letzten 80 Jahren so stark geprägt wie die USA - politisch, wirtschaftlich, kulturell und sicherheitspolitisch. Doch gerade diese Beziehung steht zunehmend infrage. Die USA wirken immer weniger wie ein stabiler Garant demokratischer Ordnung, sondern wie eine Weltmacht, die ihre Rolle kurz vor ihrem 250. Geburtstag neu definiert - mit Folgen für Verbündete, Institutionen und die internationale Zusammenarbeit. Zugleich verschieben sich globale Gewichte: China baut seinen Einfluss aus, internationale Konflikte werden als Machtfragen verhandelt und autoritäre Modelle gewinnen in vielen Regionen an Attraktivität. Erleben wir eine Rückkehr zum „Recht des Stärkeren“? Zerfällt damit die Idee einer westlichen Gemeinschaft in nationale Interessen? Oder formiert sich ein „neuer Westen“ - etwa mit EU, Kanada und Australien - der Regeln, Werte und Sicherheit neu organisiert?
Wir sortieren die großen Linien, trennen kurzfristige Aufregung von langfristigen Trends - und sprechen darüber, welche Szenarien realistisch sind und welche Optionen Europa und die Welt jetzt haben.