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Startseite@mediasresMassive Zustellungsprobleme17.04.2020

Zeitungsverlage in FrankreichMassive Zustellungsprobleme

Französische Zeitungen trifft die Coronakrise besonders hart: Weil die Post ihre Zustelltage reduziert hat, kommen die Printausgaben nicht mehr zu den Leserinnen und Lesern - vor allem auf dem Land.

Jürgen König im Gespräch mit Brigitte Baetz

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Ein Kioskbesitzer in Paris verkauft einem Kunden mit Mundschutz eine Tageszeitung (imago/Hans Lucas)
In Pariser Kiosken gibt es noch Zeitungen zu kaufen - in ländlichen Regionen ist es schwieriger (imago/Hans Lucas)

Zeitungen weltweit leiden unter der Coronakrise, weil Anzeigenkunden wegbrechen. Die Verlage in Frankreich kämpfen allerdings mit einer weiteren Schwierigkeit: Viele französische Zeitungen werden per Post zugestellt - die kommt inzwischen aber nicht mehr an jedem Werktag.

In den Städten gebe es für die großen Blätter zwar einen Zustelldienst wie in Deutschland, sagte Frankreich-Korrespondent Jürgen König im Dlf. In anderen Regionen sei es aber üblich, dass die Zeitung morgens um zehn Uhr mit der Post komme.

Bis zu 70 Prozent der Zeitungen betroffen

Zeitungsverlage und Presseverbände hätten gegen die Entscheidung der Post protestiert, ihren Service einzuschränken, und forderten eine Zustellung an sechs Tagen pro Woche, so König. Derzeit seien drei Viertel der Postfilialen geschlossen.

"Für die überregionalen Blätter ist das schlichtweg katastrophal", beurteilte der Korrespondent die aktuelle Situation. In ländlichen Regionen seien bis zu 70 Prozent der Zeitungen von den Einschränkungen betroffen. Auch in der Stadt seien viele Kioske geschlossen oder nur wenige Stunden am Tag geöffnet

Bei der Digitalisierung hapert es

Der digitale Wandel sei zwar auch in den französischen Zeitungen angekommen, aber nicht bei allen. Die Wochenzeitung "Le Canard enchaîné" zum Beispiel sei in der Coronakrise zum allerersten Mal als Digitalausgabe erschienen.

Zurzeit steige die Nachfrage nach Digitalausgaben zwar, aber viele der Leserinnen und Leser fänden sich darin nicht zurecht. Außerdem gebe es auf dem Land oft nur eine lückenhafte Internetabdeckung, sagte König.

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