Drei Jahre nach Bundestags-Entscheidung
Zentralrat der Jesiden kritisiert fehlende Konsequenzen aus Anerkennung des Völkermords im Nordirak

Der Zentralrat der Jesiden kritisiert fehlende Konsequenzen aus der vor drei Jahren erfolgten Anerkennung des Völkermords an den Jesiden durch die Terrormiliz Islamischer Staat.

    Irfan Ortac steht an einem Redepult mit Mikrofon und spricht zum Publikum, das im Vordergrund schemenhaft zu erkennen ist. Hinter ihm ist eine Marmorwand zu sehen.
    Der Vorsitzende des Zentralrats der Jesiden in Deutschland, Irfan Ortac (Archivbild) (IMAGO / epd / Tim Wegner)
    Die Regierungen von Bund und Ländern hätten fast keine der versprochenen Maßnahmen umgesetzt, sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Ortac, der "Rheinischen Post". So sei noch kein Lehrstuhl zur Religion der Jesiden an einer Universität eingerichtet worden. Außerdem gebe es keinen Gedenkort in Deutschland. Ortac bemängelte zudem fehlendes Wissen über die jesidische Kultur.
    Vor genau drei Jahren hatte der Bundestag die Verbrechen des IS im Nordirak als Völkermord anerkannt. In der Heimatregion der Jesiden begingen die Terroristen Massaker an Zivilisten, sowie Vergewaltigungen und Versklavungen.
    Diese Nachricht wurde am 19.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.