
Zugleich müsse es eine Stärkung von Medienkompetenz inklusive Hilfestellungen für Eltern geben, teilte das DZPG mit. Begründet wird die Forderung mit dem aktuellen Forschungsstand zu den Auswirkungen Sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die wissenschaftliche Evidenz sei belastbar genug, um politisch zu handeln. Weiter heißt es, noch unveröffentlichte Daten zeigten, dass auch eine problematische Social-Media-Nutzung der Eltern ein Risikofaktor sei, wenn es um Schutzmaßnahmen gehe.
DZPG-Sprecherin Schneider erklärte, auch wenn zentrale kausale Mechanismen und Langzeiteffekte noch nicht abschließend erforscht seien, seien die wissenschaftlichen Ergebnisse nach unserer Einschätzung bereits jetzt tragfähig genug, um präventiv zu handeln. Auf eindeutige Kausalitätsnachweise zu warten, hieße, Kinder und Jugendliche unnötig lange einem bekannten Risiko auszusetzen. Schneiders Kollege Falkai ergänzte, die Kombination aus belegten Risiken, wachsender Evidenz und den strukturellen Mechanismen der Plattformen selbst – algorithmische Empfehlungssysteme, variable Belohnungsreize, endlose Feeds – begründe eine regulatorische Vorsorgepflicht.
Gestern hatte Frankreich als erstes europäisches Land ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren eingeführt. Die Europäische Union will demnächst Vorschläge für Einschränkungen vorlegen. Auch in Deutschland gibt es Überlegungen. Viele Experten warnen allerdings auch vor pauschalen Verboten. Zudem gibt es Zweifel an der Umsetzbarkeit und der Effektivität solcher Maßnahmen.
Diese Nachricht wurde am 22.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
