Unabhängig von fossilen Kraftstoffen
ZSW: E-Auto-Besitzer besser geschützt vor extremen Preissprüngen - weltweiter Rekordanstieg bei Elektrofahrzeugen

Ein weltweiter Rekordanstieg bei E-Autos verdeutlicht nach Einschätzung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), dass Staaten mit vielen Fahrzeugen dieser Art krisenfester aufgestellt sind.

    Ein Elektroauto wird an einer Ladestation geladen.
    Ein Elektroauto wird an einer Ladestation geladen. (Symbolbild) (imago I photothek I Janine Schmitz I photothek.net)
    Das zeigten die Entwicklungen der Kraftstoffpreise in den vergangenen Wochen eindrücklich, erklärte der Volkswirt und wissenschaftliche Mitarbeiter am ZSW, Andreas Püttner. Besitzer von Elektroautos seien nicht von fossilen Kraftstoffen abhängig und dadurch besser gegen extreme Preissprünge geschützt, was soziale und wirtschaftliche Belastungen in Krisenzeiten begrenzen könne.
    Laut Erhebungen des ZSW ist der weltweite Bestand an Autos mit Elektroantrieb vergangenes Jahr so schnell gestiegen wie noch nie. Ende 2025 befanden sich demnach mehr als 74 Millionen reine Stromer, Plug-in-Hybride und Autos mit Range-Extender auf den Straßen. Das seien 19 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Den bisherigen Rekordanstieg hatte es den Angaben zufolge 2023 und mit einem Plus von 14 Millionen gegeben.

    Die meisten E-Autos fahren mit Abstand in China

    Den mit Abstand größten Bestand gibt es in China mit rund 44 Millionen Autos mit Elektroantrieb. Damit fahren sechs von zehn Pkw dieser Kategorie in einem einzigen Land. Der Abstand zur Nummer zwei ist gewaltig. In den USA gibt es 7 Millionen Autos mit den genannten Antriebsarten. Deutschland liegt mit 3,2 Millionen auf Rang drei, vor dem Vereinigten Königreich mit 2,8 Millionen und Frankreich mit 2,5 Millionen.

    Größter Elektroauto-Hersteller ist BYD vor Tesla und VW 

    Mit Blick auf die Hersteller liegt laut ZSW der chinesische Anbieter BYD weit vorn. Auf Rang zwei folgt Tesla mit 9 Millionen vor VW mit 5,7 Millionen. Auch BMW und Mercedes schaffen es in die Top 10, BMW mit 3,1 Millionen Autos auf Rang 6, Mercedes mit gut 2 Millionen auf Rang 8.
    Jenseits der Vorteile von E-Autos gegenüber Verbrennern weisen Experten auf die Abhängigkeit vom Stromsystem hin. Die Elektromobilität ist demnach nur dann resilient, wenn Netze, Erzeugung und Ladeinfrastruktur ausreichend ausgebaut sind. Problematisch sind gegebenenfalls auch neue Abhängigkeiten, etwa bei Lithium und Kobalt, sowie die ökologischen Folgen des Rohstoffabbaus. Zudem treffen hohe Anschaffungskosten und unsichere Restwerte vor allem Haushalte mit geringem Einkommen. Neben den Spritkosten gibt es zudem weitere Faktoren, die die Absatzzahlen steigen lassen. Dazu gehören eine größere Modellvielfalt, insbesondere durch preiswerte chinesische Anbieter, sinkende Betriebskosten und politische Fördermaßnahmen.
    Diese Nachricht wurde am 26.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.