
Das grenze an "Arbeitsverweigerung" und habe mit einer pragmatischen Anpassung an die Realität der Arbeitswelt nichts zu tun, sagte Hauptgeschäftsführer Zander. Besonders kritisch bewertete der Verband, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Möglichkeit einer wöchentlichen statt täglichen Höchstarbeitszeit nur unter strengen Bedingungen und mit Tarifvorbehalt umgesetzt werden soll.
Wöchentliche Höchstarbeitszeit soll längere Arbeitstage ermöglichen
Laut dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Referentenentwurf will das Arbeitsministerium unter SPD-Chefin Bas den Acht-Stunden-Tag nicht pauschal abschaffen, aber den Tarifparteien mehr Spielraum für längere Arbeitstage geben. Künftig sollen sie anstelle einer täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vereinbaren können. Der Entwurf greift damit zwar eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf. Darin hatte die Koalition angekündigt, die Möglichkeit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit zu schaffen. Dem Entwurf zufolge will das Arbeitsministerium diese Öffnung aber auf tarifgebundene Betriebe beschränken.
Gewerkschaften warnen vor Mehrbelastung der Beschäftigten
Aus dem Ministerium hieß es, es handele sich um einen Arbeitsentwurf, der nicht final abgestimmt sei. Die Debatte über eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes war bei den Gewerkschaften auf scharfe Kritik gestoßen, während die Arbeitgeber eine weitergehende Öffnung forderten. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund warnte vor einer erheblichen Mehrbelastung für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und einer Gefährdung der Patientensicherheit.
Diese Nachricht wurde am 18.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



