SED-Opferbeauftragte
Zupke sorgt sich wegen Verharmlosung der DDR und fordert Umbenennung öffentlicher Orte nach Widerstandskämpfern

Die Beauftragte des Bundestags für Opfer der SED-Diktatur, Zupke, ruft Städte und Kommunen auf, mehr öffentliche Orte nach DDR-Widerstandskämpfern zu benennen.

    Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (l, CDU) erhält von der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke bei einer Präsidiumssitzung des Deutschen Bundestages im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen den Jahresbericht der SED-Opferbeauftragten.
    Vorstellung des Jahresberichts der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke, rechts, links steht Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (picture alliance/dpa/Jens Kalaene)
    Ihr mache Sorge, dass die DDR verharmlost werde, sagte sie dem Deutschlandfunk. Je länger die DDR her sei, desto schöner werde sie, kritisierte Zupke, die in Berlin ihren Jahresbericht vorlegte. Sie selbst werde sich dafür einsetzen, dass Bundestagsliegenschaften Namen ehemaliger DDR-Bürgerrechtler erhielten. Die mögliche Liste sei lang. Zudem forderte Zupke eine verbindlichere Behandlung der DDR-Geschichte in Schulen. Das Thema komme oft zu kurz. Deutsche Unternehmen, die von Zwangsarbeit profitiert haben, rief sie dazu auf, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Die SED-Opferbeauftragte führt dazu nach eigenen Worten aktuell Gespräche mit dem Handelskonzern Otto. Dieser hatte Studien zufolge Produkte vertrieben, die einst von DDR‑ Häftlingen gefertigt worden waren.
    Diese Nachricht wurde am 09.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.