
90 Prozent der Menschen im Freistaat unterstützen die Idee der Demokratie - der höchste bisher gemessene Wert, wie aus dem neuen Thüringen-Monitor der Universität Jena hervorgeht. Die Umsetzung stößt jedoch auf viel Skepsis. Mit der konkreten demokratischen Praxis seien nur 44 Prozent zufrieden. Der Landesregierung vertrauten sogar nur 29, der Bundesregierung nur 21 Prozent. Die Politikwissenschaftlerin Marion Reiser warnte, diese Kluft biete Anknüpfungspunkte für populistische und systemkritische Narrative, die die grundsätzliche Legitimität des politischen Systems infrage stellten. Die Zustimmung zur Aussage, der Nationalsozialismus habe auch seine guten Seiten, bleibe mit 12 Prozent ebenso konstant zu den Vorjahren wie die 20 Prozent, die eine Rückkehr zum Sozialismus befürworteten.
Der Thüringen-Monitor wird jährlich im Auftrag der Staatskanzlei von der Universität Jena erhoben. Die Studie gibt es seit dem Jahr 2000.
Diese Nachricht wurde am 13.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
