Fußball
Zwanziger zu Verhandlungen über Klopp als Bundestrainer: "Red Bull will Macht gewinnen"

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hat sich zu einer möglichen Verpflichtung von Jürgen Klopp als Fußball-Bundestrainer geäußert. Zwanziger mahnt eine strikte Trennung zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull an. 

    Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger kommt zur Verhandlung im Verfahren um die Sommermärchen-Affäre in den Gerichtssaal des Landgerichts in Frankfurt am Main.
    Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger (Arne Deder /POOL/dpa)
    "Bundestrainer haben auch früher schon Geld verdient. Da gab es immer Refinanzierungen über DFB-Sponsoren. Aber es muss doch eine Harmonie der DFB-Sponsoren mit den Sponsoren des Bundestrainers bestehen", sagte der 81-Jährige in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Red Bull sei ein Unternehmen, das viel in den Sport investiere, was er auch anerkenne. "Aber Red Bull will Macht gewinnen in den Sport hinein. Durch eine Person mit der neben dem Präsidenten wichtigsten Funktion im deutschen Fußball, vielleicht sogar die allerwichtigste." 

    "Klopp hätte zwei Loyalitäten"

    Sollte Klopp Bundestrainer werden und gleichzeitig für Red Bull werben, hätte er nach Ansicht Zwanzigers zwei Loyalitäten:
    "Einerseits will Red Bull mit ihm Geld verdienen, andererseits soll er als Bundestrainer die möglichst optimale Leistung für den deutschen Fußball erbringen", meinte er weiter. "Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es ein völliges No-Go." Die Lösung liegt für den Ex-DFB-Chef auf der Hand: "Wenn es ihm so wichtig ist, Bundestrainer zu werden, dann muss er alles andere sein lassen. Deutscher Nationaltrainer ist ein Riesenamt in dieser Gesellschaft, immer noch und trotz der Dinge, die in den letzten Jahren nicht so gut gelaufen sind. Der Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen."

    Gespräche mit Klopp stehen an

    In den kommenden Tag werden DFB-Boss Bernd Neuendorf und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke in New York mit Klopp über dessen Engagement als Bundestrainer sprechen. Derzeit ist der 59-Jährige "Head of Gobal Soccer" bei Red Bull und vertraglich noch bis 2029 gebunden. Bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko tritt er für MagentaTV als Experte auf.
    Derzeit wird gemutmaßt, dass der Erfolgscoach seinen Job bei Red Bull aufgeben, aber Markenrepräsentant des Getränkekonzerns bleiben könnte. Der DFB würde dann zwar künftig Klopps Gehalt zahlen, sich aber eine Ablösesumme an Red Bull sparen.
    Diese Nachricht wurde am 10.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.